Queertalk 5
Shownotes
Von Boom bis Z präsentiert: Queertalk! In diesem Unterformat wird über queere Themen, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Inhalte gesprochen. In der fünften Folge spricht Sara mit Judith von Vielfältig Pflegen, einem ambulanten Pflegedienst in Bremen. Als Mitgründerin der GmbH Pflege in allen Facetten spricht Judith über die Motivation hinter dem Projekt, was Vielfältig so besonders macht und teilt Erfahrungen des Pflegealltags.
Judith ist neben ihrer Frau Hannah Mitgründerin des ambulanten Pflegedienstes Vielfältig Pflegen in Bremen. Seit der Gründung 2024 ist dies der erste Pflegedienst, der seinen Schwerpunkt auf Sexualität und geschlechtliche Vielfalt legt. In der neuen Folge Queertalk klärt Judith über das Leistungsspektrum des Pflegedienstes auf. Denn neben der ganzheitlichen ambulanten Pflege bieten sie ebenfalls individuelle Paar-/Beziehungs- und Sexualberatung sowie Seminare und Workshops für Mitarbeitende im Gesundheitswesen an. Ziel ist es, bundesweit das Thema geschlechtliche Vielfalt und Sexualität auch in der Pflege in den Fokus zu nehmen.
Ihr habt Fragen, Vorschläge oder wollt euch einbringen? Schreibt eine Mail an frauenseiten@bremen.de .
Möchtet ihr mehr über Vielfältig Pflegen erfahren und bewegende Erlebnisse aus dem Pflegealltag hören? Dann hört jetzt in die neue Podcastfolge Queertalk Nr. 5 rein!
Queertalk gehört zu Von Boom bis Z einem Podcast vom Verein Frauen lernen gemeinsam e.V und den frauenseiten Bremen.
Konzept und Redaktion: frauenseiten Bremen Queertalk Team Sara, Joline, Huila, Jasmin
Musik: Imke Bolz
Redaktion: Sara, Text: Marie
Artwork: Luise Hahn mit besonderem Dank an Pia Brand
Social Media: die frauenseiten Social Media Unit
Schnitt: Marie
Mastering: Janna Fischer
Produktion: Renate Strümpel
Transkript anzeigen
00:00:01: Von Boom bis Z, der Generationen-Podcast der Frauenseiten Bremen.
00:00:09: Wir wollen Schutzräume für queere Menschen schaffen weil wir wissen dass wir die brauchen.
00:00:12: gerade nach gestern nach diesem Wahlergebnis desaströsen Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sieht man das wie wichtig es ist und dass es halt wirklich fünf nach zwölf ist und nicht fünf vor.
00:00:22: ich habe Verantwortung für die menschen die mal mehr arbeiten.
00:00:24: wenn ich da Diskriminierung mitkriege dann muss sich dagegen was tun oder muss ich da aware sein?
00:00:30: Ja okay, aber wir sind halt jetzt ein heterosexuelles Paar.
00:00:32: Dürfen wir trotzdem bei euch versorgt werden?
00:00:35: Also das fand ich schon bisschen süß.
00:00:38: und ja ... Wir versorgen auch heteroseXuelle Personen voll.
00:00:42: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Unboom bis Set!
00:00:46: Den Generationspodcast der Frauen seit dem Bremen.
00:00:48: Ich bin Sarah Und ich freue mich heute ganz besonders darauf eine neue Folge Von Reihe Queer Talk aufzunehmen Denn ich bin heute nicht alleine hier.
00:00:57: Wir haben unsere erste Gästin hier.
00:00:59: Hallo,
00:01:00: Sarah.
00:01:01: Danke für die Einladung!
00:01:02: Ja danke, dass es geklappt hat.
00:01:04: Judith du bist Mitgründerin von dem ambulanten Pflegedienst vielfältig pflegen.
00:01:09: der ist hier im Bremen und der erste der sich auf Sexualität und Vielfalt spezialisiert hat.
00:01:16: Möchtest Du uns ein bisschen mehr von Euch erzählen?
00:01:18: Und auf Euer Konzept eingehen?
00:01:21: Ja voll gerne.
00:01:22: ja ich bin Judith.
00:01:24: Ich habe mit meiner Frau Hannah zusammen zwanzig vierundzwanzig hier in Bremen vielfällig gegründet.
00:01:29: Wir sind die vielfältig GmbH-Pflege in allen Facetten.
00:01:32: Und wir haben neben dem ambulanten Pflegedienst hier ein Bremen, wo wir Menschen versorgen im Alter von sechzehn bis aktuell siebenundneunzig und eine Range auch haben sich mal von jungen Menschen, die wir versorgn und von queeren Menschen oder Menschen, haben wir noch zwei weitere Geschäftsbereiche.
00:01:54: Und zwar ist es uns ganz wichtig, du hast das gerade schon gesagt dieses Themenfeld Sexualität und geschlechtliche Vielfalt.
00:02:01: Das sind Themen die im pflegerischen Kontext oft hinten runterfallen und gar kein Thema sind.
00:02:06: und daraus ergeben sich ganz viele verschiedene Problematiken, Gewalt in der Pflege.
00:02:12: Rassismus-Erfahrungen, Diskriminierung jeglicher Art.
00:02:16: Deswegen haben wir gesagt, wir wollen mit vielfältig zum einen praktisch ausprobieren im ambulanten Pflegedienst was da so geht wie man es machen kann.
00:02:25: Klausel im Pflegevertrag, dass wir Menschenfeindlichkeit jeglicher Art ablehnen und schützen damit unsere mitarbeitenden Personen.
00:02:32: Und gehen auch in die Diskussion mit Menschen, die wir versorgen.
00:02:35: Wenn das quasi halt nicht funktioniert dann gibt es einen Warnschuss.
00:02:39: Und wenn das halt nicht funktionieren kann ist letztendlich ja auch zur Kündigung von dem Pflegefertrag mit unseren KlientInnen führen weil wir natürlich ein Schutzauftrag auf unserem sehr bunten Team gegenüber haben und da irgendwie einfach ernst nehmen.
00:02:52: so Neben dem Pflegedienst haben wir noch eine paar Beziehungs- und Sexualberatungen für Klientinnen und unsere pflegenen Angehörigen.
00:03:03: Weil es halt ganz oft so ist, dass letztendlich Familiendynamiken aufbrechen in einem pflegerischen Kontext und Beziehungstynamik auftreten und sich rollen umdrehen usw.. Und Hannah ist ja Sexualwissenschaftlerin und mit diesem Hintergrund hat sie einfach auch eine beraderische Kompetenz.
00:03:20: Deswegen bieten wir das quasi sehr intensiv an, und der dritte Bereich ist letztendlich dass wir bundesweit unterwegs sind um andere Einrichtungen auf unserem Weg mitzunehmen weil wir natürlich nicht nur hier Sachen ausprobieren wollen und irgendwie sagen wir sind Deutschlands erster Pflegedienst mit dem Schwerpunkt auf sexualität und geschlechtliche Vielfalt sondern unser Ziel ist es bundesweit dieses Thema in den Fokus zurück.
00:03:44: Weil wir einfach denken, dass wenn man über Sexualität und eben auch über geschlechtliche Vielfalt dann im weiteren Verlauf, über queeres Leben, wenn man darüber spricht und dafür Worte hat und irgendwie Verständnis hat... dass man dann auch ganz viele Themen präventiv von vornherein abräumen kann.
00:04:02: Und es sich Menschen sicher fühlen im Kontext von Einrichtungen, sei's jetzt im Krankenhaus.
00:04:08: Wenn man da an das klassische binäre System denkt mit männlich weibliche Zimmern oder wenn man daran denkt, dass Menschen in der Pflegeeinrichtung leben und dort ... angewiesen sind auf einer Vierundzwanzig-Siebenversorgung und dann in dem Kontext sozusagen sich nicht trauen, über ihre sexuelle Identität oder über eine sexuelle Orientierung zu sprechen.
00:04:32: Genau und dementsprechend ja sind wir da unterwegs, sind da in vielen Einrichtungen deutschlandweit aktiv machen dort mittlerweile auch Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung.
00:04:42: also sind quasi über diesen Standpunkt von Fortbildung schon darüber hinaus Hoffentlich gute Sachen, um irgendwie für Menschen die Schutzräume brauchen sozusagen da auch eine Awareness dafür zu schaffen.
00:04:58: Ja und das klingt auf jeden Fall sehr gut.
00:05:00: ich wollte noch einmal nachfragen ihr habt euren Pflegedienst ja im Jahr zwölfundzwanzig gegründet?
00:05:04: Hattest du gesagt wie seid ihr so auf die Idee gekommen beziehungsweise gab es da irgendwie einen einschneidenden Moment wo ihr gesagt habt jetzt ist Die Zeit das zu gründen, war da irgendwas?
00:05:15: Ja voll.
00:05:16: Also Hanna und ich sind zwanzig-einundzwanzig hier nach Bremen gezogen.
00:05:19: Wir haben uns in Rheinland-Pfalz kennend und liebengelernt auf der Arbeit Und dann hat Hanna tatsächlich in Hamburg Sexualwissenschaften nochmal studiert im Master.
00:05:29: Das war der Grund für uns hier nach Bremens zu ziehen, zwanzigeinundtwanzig.
00:05:32: Ich hatte hier einen Job als angestellte Geschäftsführerin von einem Prämerverein und es war dann ganz spannend, weil Hannah hat quasi berufsbegleitend studiert.
00:05:41: Hat hier in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet als Sexualberaterin Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin.
00:05:48: Ich bin eher so auf der anderen Seite des Lebens mit meiner Berufsbiografie zu Hause, ich bin Altenpflegarin von Beruf.
00:05:55: Und wir haben uns dann immer ganz oft auch unterhalten über das Thema ... Wann hat in deiner pflegirischen Biographie, Berufsbürokrafie jemals das Thema Sexualität eine Rolle gespielt?
00:06:05: Wir sind halt immer wieder darüber hinweggekommen.
00:06:07: dass es sowohl in der Kinderkrankenpflege, wenn dann junge Menschen alt werden und Jugendliche werden.
00:06:14: Und Sexualtrieb haben letztendlich und einfach zum Beispiel eine Behinderung haben oder sich in einem palliativen Kontext befinden bei Hannah.
00:06:21: Oder Hannah hat auch lange auf Kinder intensiv gearbeitet.
00:06:25: Das waren die Themen, das waren immer Kinder der Eltern und die Eltern hatten immer so diesen Riesenschutzschirm über diese Kinder.
00:06:32: Und die Kinder sind aber erwachsen geworden irgendwann im Laufe ihres Lebens.
00:06:35: Und trotzdem halt hatte das Thema Nexualität keine Rolle gespielt und musste einfach irgendwie immer unter dem Deckel bleiben.
00:06:42: Bei mir war es ganz genauso also... ganz viele Situationen erlebt, wo zum Beispiel Menschen irgendwie einen erigierten Penis hatten bei der Grundpflege.
00:06:52: Wo dann einfach KollegInnen ein Handtuch drüber geworfen haben.
00:06:55: Das ist ein klassischer Fall von Gewalt in der Pflege weil das ist ja eine körperliche Reaktion und das muss ja nicht mal unbedingt was mit Lust zu tun haben.
00:07:03: es ist einfach eine körberliche Reakktion und auf die muss man irgendwie ne Antwort finden.
00:07:07: Wir haben für diese ganzen Themen einfach keine Sprache, weil es uns unglaublich schwer fällt im beruflichen Kontext über Sexualität zu sprechen.
00:07:15: Also wenn ich sage erregierter Penis dann sehe ich in Seminaren ganz oft wie Leute lachen oder... Es gibt einfach keine Worte für dieses Thema.
00:07:23: Und unser Ziel ist es eben zu sagen, okay wir wollen Schutzräume für queere Menschen schaffen weil wir wissen dass wir die brauchen.
00:07:30: gerade nach gestern nach diesem Wahlergebnis desaströsen Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ich krieg gänsehaut sieht man das wie wichtig das ist und dass es halt wirklich fünf nach zwölf ist und nicht fünf vor.
00:07:40: ja und das heißt wir brauchen für menschen die Schutzräime brauchen und es sind Menschen mit Migrationsgeschichte das sind Menschen die in irgendeiner Form von Diskriminierung, es gibt ja nach der Carta der sieben Vielfalt-Dimensionen und das sind natürlich auch gleichzeitig sieben Dimensionen, die zur Diskriminierungen einladen.
00:07:59: Das ist das Alter, das ist die soziale Herkunft, die geschlechtliche Identität oder auch die sexuelle Orientierung.
00:08:04: Und es geht dabei darum dass man hier Schutzräume schafft.
00:08:08: und wenn wir aber gar nicht schaffen über Sexualität zu sprechen dann schaffen wir es erst recht nicht.
00:08:14: Ich nenn's jetzt mal den Anführungsstrichen, das kann man nicht sehen im Podcast.
00:08:17: Aber über Abweichungen sozusagen und queeres Leben sind ist eine Minorität in einer heteronormativen Gesellschaft.
00:08:24: Und wenn wir es nicht schaffen, über Sexualität zu sprechen?
00:08:26: Im beruflichen Kontext oder eben ... professionellen Kontext, dann schaffen wir es auch nicht über queeres Leben.
00:08:31: Über Identitäten zu sprechen.
00:08:33: und deswegen haben wir gesagt okay wir wollen vielfältig gründen, wir wollen in Bremen gründen und wir wollen letztendlich mit vielfaltig über Bremen hinaus wirksam werden.
00:08:41: das war immer unser Ziel eben zu sagen ja wir haben hier die Base Wir haben unseren ambulanten Pflegedienst Und wir haben ein cooles Team tolle Menschen um uns rum Mit denen wir gemeinsam im Endeffekt das Thema vorantreiben.
00:08:54: Aber wir wollen im Endeffekt darüber hinaus andere mitnehmen, andere befeuern uns das gleich zu tun weil wir wollen nicht die einzigen bleiben.
00:09:04: es muss sich was ändern und es braucht eben so eine ich nenne das immer so ne Koalition von Leuten die einfach Bock haben da drauf auch ein Stück weit anders zu sein und sich zu verhalten.
00:09:14: Das war so der Grund, warum wir vielfältig gegründet haben und sind damit auch... Wir sind ein privatwirtschaftliches Unternehmen, wir sind eine GmbH, wir verstehen uns aber eben als ein politisches Unternehmen und sehen das eben auch als unsere Aufgabe an hier auch laut zu sein, hier Gesicht zu zeigen.
00:09:32: Ja, Hannah und ich sind in der privilegierten Situation.
00:09:35: Wir sind verheiratet, wir sind ein queeres Paar ... Und wir glauben, wir haben die Power und die Kraft irgendwie Menschen positiv sozusagen mit diesen Themen zu konnotieren und anzustecken.
00:09:46: Und merken das auch immer wieder in unserer täglichen Arbeit mit Menschen.
00:09:50: Weil wir ja nicht nur Queers versorgen, muss man auch ganz klar sagen, wir versorgnet einen Durchschnitt in der Gesellschaft.
00:09:55: Und wir merken aber allein durch unsere bloße Existenz dadurch dass unser Team so bunt ist und diese Vielfältigkeit in die Wohnzimmer bringt.
00:10:03: Dass wir Gespräche führen mit Allies, mit Leuten, die wir heute mehr denn je brauchen.
00:10:10: Das befeuert uns einfach.
00:10:12: Und gleichzeitig ist es so, dass wir für queere Personen durchaus ein sehr sensibles oder sensitives Team mitbringen.
00:10:19: Dass irgendwie fällt eine Situation ein.
00:10:22: von einer Person, die halt trans war, die das aber nie nach außen gekehrt hat und wurde dann der Anruf von einer Bezugsperson.
00:10:30: Ich nehme an, es war die Partnerperson kamen ... Die Person lag damals im Sterben.
00:10:34: Es waren noch zehn Tage, die die Person hatte, die wir die Person begleiten durften.
00:10:38: Wir haben die Person mit ihrem echten Namen angesprochen und nicht mit dem Deadname.
00:10:41: Und das war so schön!
00:10:43: Weil's war einfach ... Ich krieg Gänsehung?
00:10:45: Ja ich auch.
00:10:47: Es war so schönen, weil wir konnten einfach ... Ja, die Person hat in dem Erstgespräch irgendwie ... Sind da die Tränen runtergelaufen?
00:10:55: Ja, Robert mit Robert angesprochen.
00:10:58: Es war ultra-schöne und die Bezugsperson hat dann hinterher nach diesen zehn Tagen ... Auch uns ist das erste Mal passiert, aber die hat gesagt ja okay wir schreiben einfach in diese Trauerkarte rein statt Blumen macht eine Spende an vielfältig und so und das finde ich halt schon enorm weil wir sind ein privatwirtschaftliches Unternehmen kein Verein oder so dass wir dann irgendwie Spenden kriegen.
00:11:18: wir haben über keine Ahnung ich glaube zweitausend Euro oder sowas Spenden bekommen von von diesen Menschen, die Robert das letzte Geleit gegeben haben.
00:11:29: Das bewegt uns und macht Mut auch weiterzumachen was wir da gerade machen weil wir merken dass es angenommen wird und mehr denn je diese Schutzräume brauchen.
00:11:40: Ja total ihr begleitet natürlich Leute über einen längeren Zeitraum dann teilweise.
00:11:46: Es ergibt natürlich auch Sinn, dass es da sehr wichtig für die Person ist wie der Umgang dann ist und ob sie gesehen werden oder nicht, ob das ignoriert wird oder nicht.
00:12:00: Vor meinem Studium habe ich ein Bundesfreiwilligendienst gemacht und da habe ich eben mit Menschen zusammengearbeitet, die Pflegebedarf hatten Kinder und Jugendliche, die auch über Sexualität reden wollten.
00:12:13: Und da wirklich großes Interesse gezeigt haben ... Wir durften gar nicht drauf eingehen oder so was.
00:12:18: Es war irgendwie etwas, das dann ganz beschämt war.
00:12:20: Ja.
00:12:21: Auch in Sinne von Übergrifflichkeiten oder sowas innerhalb der Familie oder so, dass es ein bisschen ... Weiß ich nicht?
00:12:30: Das hat mir mal ein schlechtes Gefühl gemacht, wie damit umgegangen wird.
00:12:35: Wie es wegignoriert wird vielleicht.
00:12:38: Ja, und Sexualität ist halt erst mal ein menschliches Grundbedürfnis.
00:12:42: Und immer wenn wir im pflegerischen Kontext von Sexualität hören dann geht's immer um das Thema Übergriffigkeit oder es ist irgendwas passiert Ein dementer Mann hat sich zu einer Frau ins Bett gelegt, irgendwas.
00:12:54: Es geht immer um die Negativkornotation und das ist so schade, weil Sexualität eine Riesenresource ist.
00:13:00: Wir wissen im Endeffekt, dass ein Gesundheitsthema auch ist, dass sich der Herzschlag reguliert ... Das sind ja ganz physiologische Prozesse, die passieren wenn man z.B.
00:13:11: einen Orgasmus hat oder sowas.
00:13:13: Warum nicht Sexthäus in Pflegeeinrichtungen?
00:13:15: Warum machen wir da so ein Riesenthema drum?
00:13:19: ganz normaler Bestandteil sein.
00:13:20: Oder warum gibt es keine Privatsphäre in Pflegeeinrichtungen?
00:13:24: Man kann in jedem Hotel dieses Schild, was an die Tür hängt ... Warum ist das eine Einrichtung der Eingliederungshilfe, wo junge Menschen leben?
00:13:32: Warum ist da nicht möglich?
00:13:34: Das ist absurd!
00:13:36: Wir kriegen auch viele Anrufe von Menschen, die z.B.
00:13:40: in einer Einglierungshilfe aktiv sind, wo's darum geht, Menschen mit Behinderungen adäquat aufzuklären.
00:13:46: In ihrer Sprache einfach ... oder leichter Sprache auch aufzuklären, was bedeutet das?
00:13:51: Was sind Grenzen.
00:13:53: Nur wenn man über das Thema spricht kann man natürlich auch Grenzen setzen und wir sehen es jetzt gerade in Sachsen-Anhalt gestern der Abend.
00:14:01: Ich bin noch ganz beeinflusst von diesem Ereignis da gestern.
00:14:06: Man sieht ja, die wollen alles zurückdrehen.
00:14:08: Die wollen die Sexualaufklärung zurücktrinken und Vereine zumachen.
00:14:12: Das passiert jetzt einfach mitten in Deutschland.
00:14:14: Und es ist so wichtig, dass wir irgendwie anfangen nach vorne zu gehen und progressiver zu sein um dagegen ein klares Profil zu entwickeln.
00:14:24: Für uns gehört das einfach zusammen, dieses Thema auch ein Stück weit politisch zu denken und als Großes ganz zu sehen.
00:14:32: Du hast es jetzt eigentlich auch schon selbst angesprochen, aber eine Frage die mich beschäftigt hat waren eben dass wir ja in ziemlich schwierigen politischen Zeiten leben und auch sehr beängstigen politische Zeiten vor allem von Leuten die mehrfach diskriminiert werden in der Gesellschaft.
00:14:51: Wie werdet ihr davon beeinflussen oder wie geht ihr damit um vielleicht auch in der Praxis oder generell?
00:14:57: Genau, also wir führen wie gesagt immer Erstgespräche mit unseren Klientinnen.
00:15:02: Da haben wir einfach so ein kurzes Blatt auch was für den Leuten in einfacher Sprache zur Verfügung stellen das wir sagen okay pass auf Wir sind hier ein buntes Team, es gibt Menschen die verwenden ja auch keine Pronomen zum Beispiel.
00:15:13: Das ist alles kein Stress wenn da mal in Anführungsstrichen misgendert wird das ist keine böse Absicht oder so.
00:15:18: aber wir erklären das und dann erwarten wir auch von Menschen die eben jetzt nicht kognitiv eingeschränkt sind damit sie natürlich eine Einschränkung machen.
00:15:25: Da erwarten mir auch dass das dann eben auch so gelernt wird.
00:15:29: Und man kann auch Dinge im hochaltrigen Setting noch lernen wenn man auch etwas sich mal am Alter fortgeschritten machen die Erfahrung, dass sie Menschen auch Bock haben.
00:15:40: Also die Menschen, die wir versorgen, die haben da Bock drauf zu lernen und klar, da rutscht mal irgendwie ein Ehr raus oder so bei einer Person, die keine Pronomen nutzt.
00:15:48: aber trotzdem ist das ja eine Bereitschaft da und wir merken halt einfach, dass wir schon einen speziellen Klientel irgendwie versorgonen.
00:15:55: Menschen haben sich oft auseinander gesetzt mit uns oder kommen irgendwie halt übers Krankenhaus.
00:16:00: natürlich auch das.
00:16:01: Aber auch da ist das erste Gespräch was.
00:16:03: wir führen es immer in diese Richtung Wir wollen eine gute Zeit auf der Arbeit haben.
00:16:08: Und wir bescheren ihnen auch eine gute zeit und uns ist es irgendwie wichtig, dass wir hier ein gutes Miteinander finden.
00:16:16: Der Erfolg gibt uns da recht.
00:16:18: Also wir haben ganz selten Gespräche wo wir dann auch das Thema diskutieren, haben wir einmal mit einer Person gemacht warum wir das Endwort nicht mehr verwenden haben aber dann auch hinterher festgestellt ist die Person Kognitiv gar nicht mehr so in der Lage war, das alles zu überreißen.
00:16:34: Das kam dann aber auch erst im Nachgang raus.
00:16:37: tatsächlich und es sind Diskussionen die wir führen und wir nehmen einfach unsere Verantwortung auch ernst und wahr Und wir reden immer sehr global hier von einem Fachpersonenmangel und Pflege, alles so prekär.
00:16:51: Wir haben als Organisation eine Verantwortung und dieser sollten wir gerecht werden.
00:16:54: Das ist egal ob ich jetzt ein ambulanter Pflegedienst bin oder einen Krankenhaus bin oder eine Eingliederungshilfe oder eine Langzeitpflegeeinrichtung bin.
00:17:01: Ich habe Verantwortung für die Menschen, die mir arbeiten.
00:17:04: Wenn ich da Diskriminierung mitkriege muss ich dagegen was tun und dann muss ich da aware sein.
00:17:10: viele Einrichtungen schreiben immer in ihre Leitbilder.
00:17:12: Sie sind ganzheitlich unterwegs und dann klammern sie das Thema Sexualität aus, das Thema sexuelle Identität aus ... Wo komme ich her?
00:17:20: Das funktioniert nicht.
00:17:22: Es funktioniert für die Menschen, die dort leben oder die wir versorgen mit Pflegebedarf.
00:17:27: Und es funktioniert umgekehrt auch nicht für die Leute, die alt arbeiten in der Pflege.
00:17:31: Da brauchen wir einfach eine andere Awareness.
00:17:35: Wir wurden eingefragt von einer großen Krankenhauseinrichtung im Osten Weil die gemerkt haben, okay, pass auf.
00:17:41: Die Leute, die wir ausbilden in der anliegenden Schule ... In der Krankenpflegeschule oder in der Pflegeschule, die kommen gar nicht bei uns im Unternehmen an.
00:17:51: Woran liegt das?
00:17:51: Dann hat die Schule eine Erhebung gemacht und es kam raus, na ja, die machen halt täglich Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen.
00:17:58: Ja klar also von Mitarbeitenden, die da auch arbeiten.
00:18:02: Und da steigen wir jetzt gerade auch in den Organisationsentwicklungsprozess ein und so hilfreich und wirksam sein.
00:18:11: Und wie können wir Konzepte vielleicht denen auch ein bisschen mit an die Hand geben?
00:18:15: Aber letztendlich die Entscheidung, ob ich halt mit Leuten zusammenarbeiten will, die quasi rechte Tendenzen haben ... Die Entscheidung trifft jede Personalabteilung oder jeder Geschäftsführer innen für sich.
00:18:31: Also das muss man dann einfach irgendwie schauen.
00:18:35: Wir sehen also Beispielen wie jetzt in Jeva kürzlich, wo eine Hospiz Leitung auf einer AfD-Wahlliste stand, die dann einfach gekündigt wurde von einem diakonischen Träger.
00:18:45: Dass es immer mehr Trägers und Organisationen gibt, die anfangen dieses Thema auf die Agenda zu nehmen.
00:18:50: Und das ist noch zu wenig definitiv.
00:18:52: Es braucht da noch eine weitere Bewusstsein.
00:18:56: aber wir nehmen schon wahr, es fängt jetzt an dass die Leute anfangen auch Maßnahmen zu ergreifen.
00:19:01: Ja,
00:19:02: das ist natürlich eine positive Prognose.
00:19:04: Das freut mich auch sehr zu hören.
00:19:06: Genau!
00:19:08: Ihr da auch so aktiv seid mit Schulen und weiteres, das ist ja auch in eurem Workshops wahrscheinlich mitbegriffen.
00:19:17: Genau, möchtest du davon vielleicht mir sehr erzählen?
00:19:19: Also an wen sind diese gerichtet?
00:19:21: Ist da irgendwie eine ganz bestimmte Personengruppe oder ist das relativ frei?
00:19:28: Das ist total unterschiedlich.
00:19:29: also... Es wenden sich die unterschiedlichsten Organisationen an uns.
00:19:33: Zum Beispiel Hospice, die einfach sagen okay hier war irgendwie kürzlich... Also meistens gibt es irgendeinen Anlass.
00:19:41: Hier war kürzlich ein schules Paar und ich glaube wir haben das ganz gut gemacht hat die Einrichtungsleitung zu uns gesagt aber er hat dann auch gesagt naja irgendwie ist es halt hinterher noch so irgendwie so ein bisschen was übrig geblieben so der Gedanke also Menschen die im Hospiz arbeiten Das sind meistens Menschen, die schon relativ reflektiert sind.
00:20:01: Da geht es um das Ende des Lebens und da ist noch mal eine andere Reflexionthematik dahinter.
00:20:07: oder man gesteht Menschen, der am Lebensende anders zu ... auch zum Beispiel Sexualität zu leben.
00:20:14: Oder da ist ein anderes Bewusstsein dahinter?
00:20:18: Genau!
00:20:18: Und die haben das hinterher mit uns in einem Workshop reflektierend.
00:20:24: Oder es ist halt was Schlechtes passiert.
00:20:27: Es gab einen Übergriff, wir sagen zwar immer, wir wollen präventiv wirken aber natürlich ist das schon auch so, dass manchmal einfach Anlässe passieren, dass ein sexuellen Übergriff gab und dann irgendwie gehandelt werden musste.
00:20:39: Und dann wird eine Organisationsentwicklung vorangestellt.
00:20:43: Dann arbeiten wir mit Führungspersonal oder mit Mitarbeitenden oder auch dann mit Beidem gemischt.
00:20:50: Das kommt dann immer drauf an.
00:20:52: Das Thema Vielfalt ist tatsächlich eins, was viele Einrichtungen bewegt und wo es einfach auch viele Fragen gibt.
00:21:00: viele kommen auf uns zu und sagen, diese ganzen Buchstaben.
00:21:05: Wir steigen da aus, wir haben vielleicht eine gute Absicht.
00:21:07: Aber wie spreche ich denn jetzt Personen an?
00:21:11: Was hat's noch mal mit den Pronomenaufsichten?
00:21:12: Das sind manchmal so ganz profane
00:21:15: Fragen,
00:21:16: die man dann halt einfach in einem Workshop klären kann.
00:21:19: Und oft geht es aber tatsächlich auch darum, an dem Thema Haltung zu arbeiten.
00:21:23: Mit Organisationen daran zu arbeiten, zu sagen okay ... Organisationale Entwicklung zu betreiben, im Sinne von kann ich das in meinem Leitbild vielleicht doch verankern eine positive Sexualkultur zu haben.
00:21:35: und was gehört da eigentlich dazu?
00:21:36: Und was meint es also.
00:21:37: Das bedeutet jetzt nicht dass wir alle Pflegeheime sage ich mal zum Zwingertreffen machen oder zur Cruising Party sondern es geht darum einen ganz normalen Umgang mit diesem Thema zu finden.
00:21:47: Auch wir reden mit unseren KlientInnen nicht jeden Tag über das Thema Sexualität, aber bei uns ist es schon passiert dass sich Menschen geoutet haben weil einfach die Offenheit da besteht und man kommt dann in den Haushalt von einem vermeintlich hetero Paar und irgendwann während der Versorgung wird halt gedroppt.
00:22:04: ja übrigens ich bin halt irgendwie pansexuell oder so und das ist halt total schön weil's einfach diese Offenheiten gibt darüber zu sprechen.
00:22:13: Das ist eine Normalität, die das Thema so wie Essen trinken.
00:22:16: Ich rede ja über alle möglichen Themen mit Klientinnen.
00:22:20: Warum nicht auch über dieses Thema?
00:22:21: Ja oder ich habe schon erzählt wir machen ganz viele Beratungen.
00:22:25: ja auch da ist es quasi auch immer Thema dass wir zum Beispiel das Thema Pflegebett das ist ja so ein neunzig Zentimeter Pflegebett Da finden wir auch immer Lösungen dazu, im Endeffekt zu sagen.
00:22:39: Wie kann man zum Beispiel die Partnerperson neben dranlegen?
00:22:42: Gibt es Möglichkeiten oder Einlegerahmen?
00:22:44: Das sind so verschiedene Sachen.
00:22:45: aber jetzt bin ich ein bisschen abgeschwiffen von deiner Frage was die Workshops angeht.
00:22:50: genau also das ist auch ganz bunt.
00:22:52: was da letztendlich kommt werden letztens mit Führungskräften aus Krankenhäusern verschiedenste Krankenhäuser in der Region einen Workshop, wo es darum ging wie können die letztendlich das Thema Vielfalt in den Häusern etablieren?
00:23:04: Das ist ein großer katholischer Träger.
00:23:07: Das hat nochmal eine andere Dynamik weil sie tatsächlich auch zum Beispiel ja auch Schwangerschaftsabbrüche nicht
00:23:12: machen
00:23:12: aus Kirchenpolitischen Gründen.
00:23:17: und trotzdem gibt's da halt Geschäftsführungen oder auch Pflegedienstleitungen die halt sagen PflegedirektorInnen die halt da sagen passt auf.
00:23:24: wir merken aber halt der Politische oder der Rahmen, der Einrichtung ist das eine und das andere ist die Realität.
00:23:31: Die Realität von Menschen, die uns irgendwie auch in den Mitarbeitenden Strukturen erwarten ... Die Leute sind heute viel bunter, die sind viel ganz anders drauf.
00:23:39: Die haben ganz andere Erwartungen an mich als arbeitgebende Person.
00:23:43: Wie kann ich damit umgehen?
00:23:45: Die haben einfach Fragen!
00:23:46: Und dann klären wir diese Fragen ganz offen in den Workshopformaten.
00:23:50: Ja also wirklich auch sehr bedarfsorientiert genau.
00:23:56: Wie das dann gestaltet wird, ist natürlich auch total hilfreich.
00:24:00: Auch wenn es um Queerness oder Vielfalt geht, dass man da nicht einfach so einen On-Size-Fit-All für jede Organisation oder Träger irgendwie hat, ist ja total wichtig.
00:24:12: Eine weitere Frage die ich hätte ... Ihr habt einen sehr intersektionalen Ansatz und da ist die Frage wie das in der Praxis gelebt werden kann bzw... wie ihr einen sensiblen Umgang im Alltag für Klienten gestaltet, ob es irgendwie so ein Leitfaden gibt oder ob das eben auch wieder sehr individuell ist.
00:24:33: Woran ihr euch da orientiert?
00:24:37: Wir entwickeln uns als Organisation ständig weiter.
00:24:40: Also wir haben natürlich blinde Flecken weil die Welt dreht sich ja auch um uns herum und wir haben nur eine eingeschränkte Sichtweise auf Themen.
00:24:51: zum Beispiel keine Migrationsgeschichte.
00:24:52: Das heißt, ich kann mich dann nur bedingt reinversetzen in die Situation und dementsprechend ist es so dass wir z.B.
00:25:05: eigenes Organisationsentwicklungsprojekt eingestiegen und haben uns zertifizieren lassen über den Lebensortvielfalt.
00:25:11: Sie sind damit in Nordwesten das erste und einzige Pflegeunternehmen, was quasi das Qualitätssiegel-Lebensortvierfalt hat.
00:25:19: Das ist auch ein sehr umfangreicher Prozess gewesen der letztendlich alle drei Jahre wieder in einer Rezertifisierung mündet.
00:25:26: also hier sozusagen ist es so dass wir da nicht aufhören damit Und da ging es natürlich darum, um das Thema geschlechtliche Vielfalt auf der einen Seite.
00:25:35: Das wird ja von der Schulenberatung Berlin vergeben und verliehen als Trägerorganisationen.
00:25:40: Und dahinter steckt der private Krankenkassenverband, der das Ganze finanziert.
00:25:45: Es ging um das Thema Menschen mit Migrationsgeschichte.
00:25:49: Also diese beiden Vielfaltstimensionen waren da sehr inherent und es gibt jährlich quasi irgendwelche Tage in Berlin die nochmal andere Vielfaldsdimensionen aufgreifen oder wo dann ein Workshop.
00:26:01: zum Beispiel im letzten Jahr gings auch um jüdisches Leben und Menschen, die pflegebelüftig sind mit jüdischem Hintergrund.
00:26:06: So wird halt immer wieder irgendeine Dimension Thematik irgendwie aufgegriffen und spezialisiert.
00:26:13: Und damit nicht genug, haben wir das Siegel erhalten und sind danach in diesem Jahr im Februar
00:26:23: eingestiegen."
00:26:24: in einen weiteren Organisationsentwicklungsprozess.
00:26:27: Und zwar geht's da um das Thema Vielfalt.
00:26:29: wirkt, heißt es Projekt.
00:26:31: Es ist ein Projekt hier quasi von der Bremer Aufbaubank wo wir letztendlich Projektmittel generiert haben, um uns auch noch weitere Vielfaltsdimensionen zu öffnen und quasi innerhalb unserer Organisation erst mal eine Bestandsaufnahme zu machen.
00:26:44: Das hat jetzt gelaufen.
00:26:45: Das macht unsere Kollegin Hannah Pabel die ist der Projektekoordinatorin Und sie hat eine Bestandsanalyse jetzt einmal gemacht, okay wie sieht das?
00:26:54: Eine Umfrage letztendlich gemacht innerhalb des Teams.
00:26:57: Wie sieht's aus?
00:26:58: Gibt es quasi nicht nur ... Fühlst du dich wohl mit deinem Arbeitgeber?
00:27:04: Das eine, aber auf der anderen Seite halt so.
00:27:06: wie ist die Vielfalt-Dimension abgebildet.
00:27:09: Was sind so Themen und sowas?
00:27:11: Und das ist ganz spannend, weil natürlich auch wir bilden nicht alle Vielfaldsdimension im Team gerade so umfänglich halt ab.
00:27:19: Wir haben den Namen vielfältig als Firmenname.
00:27:23: Auch wir wollen weiter vielfällig werden.
00:27:27: aufbauen und auch dahingehend uns weiterentwickeln und weiter wachsen.
00:27:32: Dieser Prozess wird niemals aufhören.
00:27:33: Das ist einfach ein immerwährender Prozess und ich kann auch alle Organisationen dazu aufrufen, sich immer wieder neu mit diesen Themen zu beschäftigen, weil es halt auch immer wieder neue Dinge gibt.
00:27:43: und in jedem Workshop, in dem wir sind, nehmen wir ja auch wieder Dinge mit.
00:27:46: Also das ist keine Einbahnstraße sondern wir profitieren ja ultra davon, diesen Kreislauf auch zu haben und davon sozusagen auch zu profitieren.
00:27:57: schon toll.
00:27:58: Ja, sehr austauscht ist natürlich total wichtig.
00:28:01: Ist ja auch super Kontaktpersonen einfach zu haben wo man in Notfalling welche Nachfragen stellen kann sei es was die Buchstaben überhaupt bedeuten in LGBTQ oder sowas also so banale Fragen.
00:28:15: ich finde das ist immer ganz wichtig transparent mit diesen Themen gerade auch in meinem Fall jetzt nur mit queerness und sowas umzugehen auch so fragen von Leuten beantworten zu können direkt mich angegriffen zu fühlen.
00:28:29: Das ist natürlich auch situationsabhängig, aber finde ich total wichtig gerade eben wieder in den politischen Zeiten.
00:28:38: Du hattest das jetzt schon angesprochen wie es mit den Mitarbeiterinnen aussieht?
00:28:44: Wie werden die denn auf die Arbeit vorbereitet?
00:28:48: Oder gibt es bestimmte Qualifikationen, die sie mitbringen sollten.
00:28:52: Wie geht ihr davor?
00:28:54: Ja also wir haben sowohl als auch wir haben tatsächlich akademisierte Pflegefachpersonen Die halt hier in Hochschule Bremen ein duales Studium
00:29:03: machen
00:29:03: Als auch unsere eine Kollegin hat einen Gerontologinnenabschluss Als auch ja Menschen die tatsächlich quer einsteigende Personen sind und erst mal keine pflegerische Qualifikation mitbringen, als auch Pflegeassistenzpersonal.
00:29:17: Und ganz normal in Anführungsstrichen ausgebildete dreijährig examinierte Pflegefachpersonen.
00:29:22: Also wir haben
00:29:23: hier
00:29:23: eine Range von BISS.
00:29:26: Das Spannende ist, dass unsere KollegInnen alle in enge Form irgendwas mitbringen was mit Queerness zu tun hat oder entweder eine eigene Biografie.
00:29:39: im Umfeld... hat jede Person, die hier arbeitet eine Identifikation mit dem Thema und damit auch eine direkte Identification mit dem Unternehmen.
00:29:50: Und das ist halt ganz spannend.
00:29:54: Wir haben im Auswahlprozess einfach so ... Also Hannah und ich haben dieses Credo.
00:30:00: Uns geht es um eine hohe Qualitätiv- ... hochwertige pflegerische Versorgung auf der einen Seite.
00:30:05: Wir sagen aber auch, man kann Skills lernen und es muss jetzt nicht sozusagen ein Studium oder direkt halt die Ausbildung sein.
00:30:13: Man kann auch im Quereinstieg hier
00:30:14: starten
00:30:16: Und dann gibt's eine sehr gute Einarbeitung und eine sehr lange Begleitung dass wir im Endeffekt sicher gehen können weil wir sind im ambulanten Setting unterwegs das heißt die Menschen sind alleine vor Ort bei Menschen zu Hause.
00:30:28: Es ist eine sehr herausfordernde anspruchsvolle Arbeit die oft verkannt wird.
00:30:33: Bei einem Krankenhaus habe ich immer irgendwie im Zweifel noch eine Ärztin oder irgendwie eine Kollegin, die ich nochmal ansprechen kann.
00:30:40: in der ambulanten Versorgung bin ich im ersten Moment erst mal alleine.
00:30:43: Ich kann dann immer noch das Telefon nehmen aber ich bin im ersten moment auf mich alleine gestellt und das ist schon sehr, sehr anspruchsvoll Und hinter jeder Tür erwartet quasi jeden Tag irgendwie wieder was Neues.
00:30:54: Das ist, genau das ist etwas wo wir sagen ja die Menschen müssen da drauf Bock haben, die Menschen auch Bock haben eine gewisse Offenheit mitzubringen.
00:31:02: und natürlich manchmal ist es auch so dass sich Menschen halt exponieren müssen oder outen müssen sag ich jetzt mal wenn sie zum Beispiel halt irgendwie männlich gelesen sind quasi aber halt nicht sozusagen mit den Pronomen
00:31:16: angesprochen
00:31:16: werden wollen.
00:31:17: Das erfordert halt so ein bisschen der Reflektionsfähigkeit, das ist ja bei den Leuten klar.
00:31:22: Also das ist was die im täglichen... Wir bieten als Arbeitgebende eine gewisse Schutzraum.
00:31:32: Auch hier ist uns klar, wir können nicht vor allem Behütung beschützen, weil die Leute draußen unterwegs sind.
00:31:37: Aber wir bieten zumindest am Nachgang auch eine Reflexionsfläche und einfach ein Team, das halt ultra trägt.
00:31:45: Das ist das, was ... vielfältig ausmacht und wo wir jeden Tag sehr hart dafür arbeiten, dass es eine Wohlfühlatmosphäre ist.
00:31:56: Dass sich unsere KollegInnen hier auch wohl fühlen.
00:32:00: Und
00:32:00: Fluktuation ist bei Null.
00:32:04: Scheint für uns zu sprechen!
00:32:07: Genau ich finde was Besonderes irgendwie, dass ihr so ne Schutzklauselernier habt ... Habe ich so noch nie gehört, finde ich aber total traurig.
00:32:22: Weil Arbeitnehmerinnen natürlich auch geschützt werden sollten oder das Recht darauf haben.
00:32:28: Aber KlientInnen natürlich auch.
00:32:30: gerade eben sehr interessantes Verhältnis weil man zu den Leuten nach Hause kommt und es ist ja auch in so einem Art Schutzraum ... Das ist der Schutzraum von Leuten.
00:32:41: Wie kann man denn da sensibel mit den Leuten umgehen?
00:32:44: Gerade wenn es um queere Menschen geht, wie gestaltet ihr das?
00:32:49: Wir gestalten das individuell.
00:32:51: also wir haben zum Beispiel eine Person die sich als Lesbisch definieren würde.
00:32:58: Sie hat ne MEcFS-Thematik, sie ist vierzig Jahre alt.
00:33:04: Es ist ultra nah an unserer eigenen Lebensrealität Und wir versuchen da einfach, quasi bestmöglichst die Personen in ihrem Krankheitserleben mit dem Hintergrund, sag ich mal, dass wir ihre Biografie nachvollziehen können und keine blöden Fragen stellen.
00:33:22: Dass ... ja, versuchen wir halt einfach, bestmöglichst die Menschen dahingehend zu begleiten und irgendwie eine Awareness mitzugeben auch unserem Team oder so.
00:33:32: Dass wir da einfach an einem Strang ziehen Behandeln nicht alle Menschen gleich, sondern jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und unterschiedliche Anforderungen.
00:33:45: Und das ist halt auch was ... Ja, was wir immer wieder in den Workshops sagen, dass dieser Grundsatz, wie wir behandeln, alle gleich, das kann nicht funktionieren.
00:33:53: Also dieses, was du gerade schon gesagt hast, dieses one fits all... kann nicht funktionieren, weil Menschen einfach individuend sind.
00:34:00: Wir arbeiten hier in einem sehr getakteten System.
00:34:02: ambulante Pflege ist getaktet.
00:34:05: wir haben ja das Konzept pflege nach zeit das heißt unsere menschen kaufen sich bei uns quasi zeitkontingente ein so dass wir letztendlich eine bessere möglichkeit haben.
00:34:16: also wir sind länger vor ordnern wir sind meistens so dreißig bis fünfundvierzig minuten manchmal auch sechzig bis Neunzig Minuten gehen nach dem Vorort bei den Menschen.
00:34:26: Das ermöglicht natürlich einen ganz anderen Beziehungsaufbau und das ermöglichen auch die Situation, die ich dir geschildert hab mit ... Na ja, dann passiert halt ein Outing und so was.
00:34:35: Weil da eine individuelle Beziehung ist.
00:34:38: Und dass es ganz anders möglich ist, in einem Vertrauensaufbau zu gehen und sensibler Themen zu besprechen wie wenn man das nicht macht.
00:34:48: Zum Beispiel haben wir bei jedem Erstgespräch neben unserem Zettel, den wir damit geben, dass wir Menschenfeindlichkeit ablehnen und so.
00:34:55: Und was uns da halt wichtig ist haben wir auch irgendwie die Frage ja, was sind gerade in Bezug auf Sexualität?
00:35:01: Wie leben Sie gerade Intimität?
00:35:03: Was ist da gerade irgendwie Phase oder so?
00:35:07: Auch währenddessen begleiten wir immer wieder ... Menschen und machen das Thema auch zum Thema, wenn wir merken es muss.
00:35:14: Also eine Situation haben wir ein Ehepaar begleitet ... Ich war damals selber in der Versorgung und da war's so, dass der Mann total unruhig war.
00:35:22: Das war die letzte Lebensphase.
00:35:24: Es waren noch so ein paar Tage, die er hatte.
00:35:25: Er war total unruhig.
00:35:27: Und sie waren beide sehr körperlich und waren auch so sehr ... Miteinander auch noch ein junges Paar um die Sechzig.
00:35:35: Sie hat sich dann halt zu ihm ins Bett gelegt.
00:35:38: nachdem ich gesagt hab, legte ich doch einfach zu ihm in dieses Pflegebett.
00:35:41: Und die beiden lagen in diesem total engen Pflegebett, also ein Bär.
00:35:45: Also lagen sie halt irgendwie so nebeneinander und haben halt Nähe und Intimität gelebt.
00:35:53: Sie hat dann hinterher das noch mal reflektiert auch mit mir und hat gesagt Mensch, das war einfach bei so einem erhellender Moment von krass!
00:36:01: Ich darf mich irgendwie neben meinen Mann in dieses Flegebette legen?
00:36:05: Und natürlich darfst du das aber ... Es ist halt so, manche Menschen gerade am Ende des Lebens trauen sich dann einfach viele Dinge nicht zu oder wissen an Berührungsängste.
00:36:14: Das sind sehr existenzielle Themen.
00:36:16: Sexualität ist genau wie Sterben ein sehr existenziales Thema, was uns alle ein ganzes Leben lang begleitet und immer irgendwie auch über uns schwebt mit dem Lebensende und sich da sozusagen eine Erlaubnis abholen zu müssen.
00:36:34: Und dann aber halt einfach ... dem Mensch wieder nahe sein zu können.
00:36:39: Ja, das sind so diese Momente die einfach diesen Unterschied ausmachen wo ich ganz genau weiß nein niemand kein anderer ambulanter Pflegedienst würde so arbeiten ohne jetzt irgendwelchen sozusagen abwerten zu wollen oder uns aufwärten zu wollen.
00:36:52: aber es ist einfach unser Konzept und so gestalten wir das Arbeiten letztendlich auch das ganze Team.
00:36:59: also das ist ein bisschen Es gibt da keine Anleitung, sondern es ist schon irgendwie so.
00:37:04: dieses Thema Haltung und auch dieses Thema ... Wie kann ich das Thema einfach ganz normal mitfließen lassen?
00:37:10: Und es geht nicht.
00:37:10: Also Sexualität.
00:37:12: Ich glaube, dass sind wir noch gar nicht vorbeigekommen.
00:37:14: Sexualität ist für uns nicht das Thema penetrativer Geschlechtsakt, sondern Sexualität letztendlich.
00:37:21: Geschlechtliche Identität ist letztendlich die soziale Rolle, ist Intimität, ist Berührung, ist Nähe, ist Anfassen.
00:37:28: Kann eine Massage sein?
00:37:29: Kann auch sein von okay keine Ahnung ein Porno konsumieren oder irgendwie Sex toys nutzen, Solo Sexualität.
00:37:36: Es gibt ganz verschiedenste Möglichkeiten was Sexualität ist und all das ist für uns Sexualität Und das hat die WHO schon so beschrieben.
00:37:44: Das ist auch nichts, was wir uns ausgedenkt und ausgedacht haben.
00:37:46: Sondern es ist die Definition nach der WHO jetzt ein bisschen auf Judith runtergebrochen.
00:37:51: Aber dass ... Ja, das ist das, was Sexualität ist und was wir da drunter verstehen.
00:37:59: Wenn du draußen das Mikro sozusagen kreisen lassen würdest und Menschen fragen würde, was ist Sexualität für dich?
00:38:05: Dann würden dir vermutlich eine andere Antwort geben.
00:38:08: Dass immer wieder irgendwie gerade zurückkommt zu erklären, es ist ein ultraerklärungsbedürftiges Thema.
00:38:15: Deswegen freuen wir uns auch mega dass ich hier im Podcast sitzen darf und das ein bisschen dazu sprechen darf weil das halt einfach so erklärungsbelüftig ist.
00:38:22: Und weil sich Menschen im ersten Moment nicht so viel mit dem Thema auseinandersetzen.
00:38:27: gerade heterosexuelle oder heteronormative Gesellschaft muss sich mit dem thema sexualität sexuelle identität nicht auseinander setzen
00:38:36: haben.
00:38:36: Ja,
00:38:37: ja.
00:38:37: Und da bringen wir als Queers schon auch irgendwie so noch mal eine ganz andere Facette damit rein?
00:38:43: Es ist natürlich auch einfach ein extrem tabuisiertes Thema allein schon in der heteronormativen Welt.
00:38:49: aber halt dann wenn es eben auch um marginalisierte Gruppen geht... ist das Thema natürlich dann irgendwie auch gar nicht mehr im Bild.
00:38:57: Ich find's die Vorstellung eigentlich absurd, dass eine Partnerin um Erlaubnis fragen muss sich neben den sterbenden Partnern zu legen.
00:39:07: Das ist natürlich eigentlich ... Wenn man so raus summt und jetzt drüber nachdenkt, ist es absurd.
00:39:14: Aber
00:39:14: allein so, dass diese Pflegebetten ganz zu klein sind für Paare, finde ich schon sehr bezeichnend.
00:39:22: Wie reagieren Leute denn so?
00:39:24: darauf, wenn ihr da zum ersten Gespräch das Thema direkt anspricht.
00:39:28: Also Sie werden ja wahrscheinlich wissen an wen sie sich gewentet haben.
00:39:32: beim Pflegedienst aber ist das etwas womit die Klientinnen dann auch offen umgehen oder ist es?
00:39:41: Ja also die witzigste Variante auf die Frage... auf.
00:39:49: unser Auftreten war, ja okay aber wir wissen halt jetzt ein heterosexuelles Paar dürfen wir trotzdem bauen.
00:39:54: Das würde von euch versorgt werden.
00:39:56: also das fand ich schon bisschen süß.
00:39:58: und ja wir versuchen auch heterosextuelle Personen voll.
00:40:04: Sind willkommen!
00:40:05: Auf jeden Fall alle Menschen sind willkommen.
00:40:08: Du redest die ganze Zeit von Bezugspersonen?
00:40:10: Ich habe auf eurer Website auch den Begriff Wahlfamilien gelesen.
00:40:14: möchtest du uns erklären was es ist so eine Wahl Familie damit gemeint ist?
00:40:19: Ja, das ist ganz spannend.
00:40:20: Weil wir sind da auch tatsächlich an einem Forschungsprojekt beteiligt.
00:40:23: Fliehwach heißt das.
00:40:25: Magdeburg-Ständerl ist die Hochschule.
00:40:28: Sachsen-Anhalt ist heute sehr präsent im Podcast.
00:40:31: Genau, da sind wir mit Professor Lottmann und Ralf Lottman unterwegs.
00:40:34: Wir haben das Projekt Pflewack mitbegleitet.
00:40:38: Da geht es um den wahlfamilären Zusammenschluss.
00:40:42: In dem Forschungsprojekt ging's um die Frage was denn sozusagen die normale Familie?
00:40:47: Die Kärte oder bei heteronormativen Menschen ist ja bei Queers oft die Wahlfamile oder Bezugspersonen.
00:40:56: Das sind quasi selbstgewählte... Wahlverwandtschaften würde man sagen oder Wahlfamilien.
00:41:01: Ralf hat federführend untersucht mit dem Projekt FLEWAK und uns auch als Praxispartnerin, wie den wahlfamiliären Kontext im Bezug auf die... Sorge, ob man das sozusagen eins zu eins mit der Familie so übereinander liegen kann.
00:41:19: Die Ergebnis ist noch nicht ganz fertig aber es wird auf jeden Fall einen
00:41:23: spannenden
00:41:24: Projektbericht dazugeben und Wahlfamilien genau bedeutet letztendlich dass wir halt mit Menschen zusammenarbeiten die jetzt zum Beispiel auch Freundinnen sind die keine blutsverwandtschaftliche Ebene irgendwie haben Und dadurch, dass wir auch viele Menschen begleiten die halt jung sind.
00:41:40: Wo die Eltern zum Beispiel gar nicht hier in Bremen leben aber zb eine starke ein starker Freundesverbund drum herum ist Die halt irgendwie Sorgearbeit übernehmen Ja gehören sie natürlich auch zu uns mit dazu als Ansprechpersonen und Gerade auch heute, wo Familie verstreut über alle Ecken lebt oder international unterwegs ist.
00:42:03: Es ist wichtig so ein Netzwerk zu haben und dieser Netzwerkedanke ist einfach total ... Inherent einfach in diesen ganzen Geschichten und Quiere Menschen haben.
00:42:13: Ganz oft halt war familiäre Kontexte, haben vielleicht auch gebrochen mit ihrer Ursprungsfamilie weil es da einfach auch Konfliktlinien gibt die nicht zu überwinden sind oder so.
00:42:22: also all das spielt ja auch in so einem biografischen Erstgespräch sage ich mal eine Rolle Die quieren Spezifika quasi.
00:42:31: Also das sind alles Sachen wo wir quasi drauf eingehen.
00:42:33: im Sinne der der Anamnese
00:42:35: Ja ist natürlich auch wichtig.
00:42:37: manchmal sind Leute ja auch ihrer Familie ging über gar nicht so offen, also auch gerade wenn es um Sexualität geht oder auch um Queerness.
00:42:47: Das ist dann natürlich umso wichtiger, wenn Leute mit einbezogen werden.
00:42:51: die Personen vertrauen in der Hinsicht Ja ich kenne das nämlich auch eher so dass das ein großer Wert im Gesundheitssystem ja darauf gelegt wird, dass es tatsächlich familiäre Familien, die Kernfamilie Ja, mit einbezogen wird und auch nur die bestimmte Dinge entscheiden dürfen.
00:43:12: Genauso dass zum Beispiel der Ehemann oder die Ehefrau da irgendwie was entscheiden muss oder darf und andere Personen nicht.
00:43:18: Was natürlich gerade für queere Menschen historisch ja auch dann gar nicht ... Da war es dann ja gar nicht möglich das... dass die Partnerin da irgendwas mitentscheiden können.
00:43:29: Das ist natürlich sehr traurig.
00:43:31: Aber das kann man alles aushäbeln, mit einer sogenannten Vorsorgevollmacht tatsächlich?
00:43:34: Ja okay.
00:43:35: Also auch da beraten wir zu und machen da ganz viel Aufklärungsarbeit weil... Das wird immer so angenommen, dass wenn Menschen verheiratet sind.
00:43:45: Dass dann quasi die Eheperson automatisch sozusagen Entscheidungen treffen darf.
00:43:50: das ist aber rechtlich gar nicht so sondern es braucht immer eine Vorsorgevollmacht weil das quasi die rechtliche Basis dafür ist dass ich sozusagen jemanden beauftrage und das kann meine Person sein das kann aber auch meine Nachbarin sein.
00:44:04: Genau, und das muss sozusagen einfach nur schriftlich fixiert werden.
00:44:08: Und da gibt es auch Vortrucke und so.
00:44:10: Da beraten wir auch tatsächlich zu und handeln ganz viel Aufklärungsarbeit.
00:44:14: Weil alles was mit Pflege zu tun hat und mit Gesundheitswesen zu tun ist eine Riesen-Tunnel an Antragsformularen und an Gedöns
00:44:22: usw.,
00:44:23: und da sind wir auf jeden Fall auch unterstützend.
00:44:25: an der Seite von den Klientis, um da irgendwie auch für Aufklärung zu sorgen.
00:44:31: Ja und wahrscheinlich auch im Beistand zu besorgen falls irgendwas passiert.
00:44:36: oder ja ein wichtiges Thema wusste ich zum Beispiel gar nicht.
00:44:40: dass es da irgendwie einen Umweg gibt ist natürlich auch total wichtig das es ein Umweg gebt
00:44:45: voll.
00:44:46: du hattest vorhin schon Euer Angebot für eine Paar- und Sechstherapie angesprochen.
00:44:52: Magst du da ein bisschen mehr noch zu erzählen, was dieses Angebot umfasst oder ob es da Unterschiede gibt?
00:45:01: Therapie ist nicht so ganz der richtige Begriff.
00:45:04: Da muss man scharf bleiben, Beratung ist der richtige Bericht.
00:45:08: Es geht um Paar- bzw.
00:45:09: Sexualberatung und das macht ausschließlich Hannah.
00:45:14: Schade dass Hannah jetzt nicht da ist die könnte dazu viel besser erzählen.
00:45:17: aber ja es ist so dass wir tatsächlich Menschen begleiten.
00:45:21: die jetzt zum Beispiel hat mir eine Anfrage von einer Person.
00:45:26: Sie lebt hier in Bremen.
00:45:27: Sie ist Tochter von Eltern, die in Bayern wohnen und sie hat sich dann an Hannah gewandt und gesagt ja mein Vater hat irgendwie halt Demenz, der liegt aber halt im Bett und trägt auch so Inkontinentsmaterial.
00:45:40: meine Mutter ist zehn Jahre jünger, Vater ist achtzig Und er würde permanent solo Sexualität betreiben und die Mutter würde das total belasten.
00:45:51: Das haben wir ganz aus dem Mitten, aus dem Leben keine ungewöhnliche Situation.
00:45:58: Aber es ist ungewönlich, dass man darüber spricht und die Tochter sagt halt ja, die Mutter ... Aus so einem kleinen Rollenzwitch.
00:46:05: Die Mutter ruft mich immer an und erzählt mir das.
00:46:10: Und eigentlich ist das gar kein Thema was ich ... Ich möchte gar nicht wissen, was meine Eltern irgendwie ... Genau, und da gab es dann den ersten Kontakt mit der Tochter.
00:46:22: Und dann gab's eine Videoschalte mit der Mutter.
00:46:25: Hanna konnte einfach helfen und konnte Bewältigungsstrategien an die Hand geben.
00:46:29: Es gab noch mal einen weiteren Call und es ist deutlich besser geworden, weil er hat jetzt den Raum.
00:46:35: Er kann das quasi machen und sie hat ihre Haltung dahingehend.
00:46:39: ein Stück weit geändert in dem Beratungsprozess mit Hannah
00:46:42: oder
00:46:42: Hannah berät auch Leute langfristiger, wo es dann einfach um Beziehungskonstellationen geht.
00:46:47: Wo es darum geht wirklich irgendwie belastende Beziehungskonstellations zu entlasten was für uns in der Pflege natürlich wieder Auswirkungen hat Weil in der direkten Versorgung dann halt auch diese Themen ausgespart werden können und dann getroßt gesagt werden kann.
00:47:00: Ja, aber nächste Woche ist ja wieder Gespräch bei Hannah Das entlastet ja auch die Kollegis und dementsprechend ist das auf jeden Fall ein ganz spannendes Thema.
00:47:11: Und dann haben wir halt zum Beispiel auch so Anfragen jetzt von
00:47:15: einem
00:47:15: ambulanten Dienst hier außer auch aus Bremen Wo gesagt wird naja da ist irgendwie der Klient immer wenn er kennt die Zeiten und immer wenn unsere kolleg Also quasi weiblich gelesene Personen kommen, dann irgendwie hat er halt ein Pornograd angemacht oder macht anzügliche Bemerkungen und so.
00:47:36: Und das hat natürlich viel mit Grenzsetzung zu tun.
00:47:38: uns ist halt dem Klienten ja vollkommen klar okay pass auf da kommen immer die Leute zur selben Zeit irgendwie und dann ist ja auch vollkommen Klar dass halt jetzt in dem Zeitpunkt keine solo Sexualität stattfindet.
00:47:51: Ja, wenn man aber quasi nicht schafft irgendwie über dieses Thema zu reden.
00:47:54: Dann ist es halt so das dann irgendwie ... Das wird zum Selbstläufer, ne?
00:47:56: Dann sagen alle, ja der Typ, der alte Opa da, nix kann er, aber das geht noch und so.
00:48:02: Also das sind dann diese... auswügste, die das dann halt so hat.
00:48:07: Dass man über Menschen tatscht und gar nicht schafft da eine professionelle Distanz herzustellen.
00:48:14: Verstehe ich aber auch, weil es natürlich ein bewusst vorsätzliches Verhalten ist ... Es ist ja sexualisierte Gewalt gegen Frauen in dem Fall.
00:48:22: Und das gilt's zu benennen.
00:48:26: Da gibt's Grenzen, da hört der Spaß auf genau.
00:48:31: Oder wir haben Anfragen, dass sich... Zum Beispiel hatten wir ein Artikel in der Apothekenumschau.
00:48:37: Das war ganz lustig.
00:48:38: und dann hat ... hat sich ein Mann aus einem Pflegeheim in der Nähe von Niedersachs angerufen und gesagt, wir hatten geschrieben, dass wir mit SexualbegleiterInnen zusammenarbeiten und Listen haben.
00:48:55: Dann hatte er angerufen, ich will hier in einem Pflegeheim.
00:48:58: Er hat sich verklausuliert und wollte diese Liste.
00:49:02: Dann haben wir die Liste postalisch geschickt.
00:49:06: Wir merken schon, dieses Thema, was wir da gesetzt haben.
00:49:10: Dass es halt einfach angenommen wird und dass es da einen riesen Redebedarf
00:49:13: gibt.".
00:49:14: Und Hannah hat jetzt zum Beispiel letztens einen jungen Mann beraten, der letztendlich ich glaube von irgendeinem großen Eintiedungshilfeträger hier in Bremen kommt und irgendwie halt ganz viele Fragen hatte also körperlich eingeschränkt ist im Rollstuhl sitzt aber auch eine geistige Retardierung quasi hat.
00:49:35: Hannah hat dann einfach ein Aufklärungsgespräch mit ihm geführt.
00:49:41: Ja, und das geht jetzt auch noch weiter ... Das ist so ein kleiner Beratungsprozess auch, weil er wünscht sich halt einen Partner.
00:49:47: Er ist irgendwie auch schwul und sagt ja ... Also stellt dann natürlich auch so Fragen wie kann ich irgendwie ... Wenn ich jetzt zum Beispiel jemanden küsse, kann da jemand von uns schwanger werden und so.
00:49:58: Also es ist wirklich sehr basic.
00:50:01: dann auch in dem Fall das geht hier tatsächlich um sexual Aufklärung.
00:50:04: Da gibt's ja andere auch wie pro Familie oder sowas.
00:50:06: aber das ist ultra schwierig für so ein Klientel was einen Pflegebedarf hat Eine Behinderung hat da adäquate Ansprechpersonen zu finden.
00:50:18: Das wird uns auch immer mehr bewusst.
00:50:21: tatsächlich, genau und es sind einfach ganz verschiedene Beratungsprozesse oder Anfragen irgendwie.
00:50:28: Ja ist natürlich auch... Also ergibt ja natürlich auch Sinn wenn das Thema so totgeschwiegen wird dass die Leute dann ja auch gar keine adäquate Aufklärung irgendwie bekommen.
00:50:39: Also so dann da Wissenslücken haben, die ja eigentlich ihn auch nur schaden und das natürlich Arbeit geleistet werden sollte.
00:50:51: Magst du erklären was eine Sexualbegleitung ist?
00:50:56: Also Begleiterin ist ...
00:50:57: Also man könnte auch Sexarbeiterin sagen oder Sexworkerin.
00:51:03: Letztendlich sind das Menschen, die quasi Menschen mit Behinderung oder pflegebedürftigen Menschen begleiten.
00:51:11: Das heißt es könnte auch sein dass sie einfach dabei sind wenn Solo-Sexualität stattfindet oder Sie berühren die Menschen oder Sie haben tatsächlich auch Sex mit den Menschen.
00:51:21: also gibt's einfach die unterschiedlichsten Konstellationen.
00:51:25: Sexualität ist ein menschliches Bedürfnis und ein Menschenrecht.
00:51:30: Dementsprechend kann es auch nicht sein, dass Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf das vorenthalten wird.
00:51:37: Wir sind jetzt angefragt für einen Kurs tatsächlich, wo wir eine Person auch Sexualbegleiterinnen ausbildet.
00:51:45: Und wir sind angefragt, um dieses Thema Pflege dort zu referieren.
00:51:51: Was wir total gerne machen findet dann nächstes Jahr statt.
00:51:55: Das ist halt ein spannendes Feld und natürlich auch ein total tabuisiertes Feld, weil SexworkerInnen immer mit Prostitutionen gesetzt.
00:52:05: Die müssen dann tatsächlich diesen Schein vom Gesundheitsamt haben oder sowas.
00:52:09: Also das sind faktisch einfach Sexworkerinnen die ... Ja, die halt dann auch gewissen Auflagen unterstehen und so.
00:52:19: Und das bringt's schon wieder in eine Schmuddelecke.
00:52:21: Das ist halt ultra schwierig, auch in der Kommunikation ... ja, das Weg von dieser Schmuddelecke hinzu es ist ein menschliches Bedürfnis und lasst uns einfach ganz normal drüber schnacken wie über alles andere
00:52:34: auch.
00:52:35: Richtig!
00:52:36: Genau ich glaub gerade so individuelle Beratung kann für Menschen ganz schön beängstigend sein.
00:52:43: deswegen wollte ich mal hören, ob du vielleicht irgendwie so eine Art Übersicht hast auf die sich Personen einstellen könnten.
00:52:54: Wenn es um einen Beratungsgespräch geht?
00:52:58: Also wie das so aufgebaut ist ...
00:53:01: Das ist auch wieder komplett individuell, weil es geht ja erst einmal darum rauszufinden was gerade der Paintpoint oder das Bedürfnis der jeweiligen anfragenden Person ist.
00:53:11: Und ich geb dir recht, es ist relativ hochschwellig.
00:53:15: Es hat bei uns aber den Vorteil, dass wir ja eben mit den Menschen in der Versorgung unterwegs sind und dann halt unser Team merkt okay da ist irgendwie Kriesels dazwischen den beiden oder da is so ne Anspannung.
00:53:26: Dann wird da schon mal auch der Flyer irgendwie mitgebracht und wird gesagt Guck mal.
00:53:30: also Wir haben hier im Haus, Hannah macht ja diese paar Beziehungs- und Sexualberatungen.
00:53:35: Ist das nicht mal ein Thema für euch?
00:53:38: Also auch schon so im Konfliktfall Das ist zum Beispiel ein Case.
00:53:43: Das andere ist, wenn es so Themen hat, wie ich es gerade angesprochen habe, dass da eine Tochter anfragt oder wir machen auch viel Beratung was gar nicht in dem Kontext von Hannah stattfindet sondern was im Kontext vom Pflege stattfindets.
00:53:59: Wenn wir z.B.
00:54:00: zum ersten Gespräch kommen ... Und dann sehen wir, okay hier gibt's halt irgendwie ein altprämer Haus wo das Schlafzimmer im dritten Stock ist und die Person ist einfach nicht mehr gut zu Fuß.
00:54:10: Okay?
00:54:10: Dann würden wir immer beraten zu einem Pflegebett quasi im Wohnzimmer.
00:54:14: oder man sagt ok kann man das Ehebett vielleicht nach unten also das Doppelbett sag ich mal nach unten verlegen und kann da zum Beispiel so einen elektrischen Einlegeramen rein legen oder sowas.
00:54:24: Wir thematisieren das irgendwie permanent so.
00:54:26: dieses Thema fließt immer mit ein.
00:54:29: Die Beratung hat eine andere Qualität.
00:54:32: Es ist analog zu sehen, wenn ich zur Paarberatung gehe oder so.
00:54:39: Da muss man die Offenheit mitbringen, dass man das wirklich will.
00:54:43: Das ist ja auch eine Privatleistung, die private Zahlen sind.
00:54:48: Der Satz liegt gerade bei hundertzehn Euro die Stunde.
00:54:51: was man da irgendwie auch investieren muss, wobei wir da auch noch mal ein gestaffeltes System haben für Menschen die sich das nicht so gut leisten können und wo einfach der Bedarf da ist oder der Wunsch danach da
00:55:01: ist.
00:55:02: Und dementsprechend... schon auch so dieses Thema, dass wir das Menschen anbieten wollen.
00:55:08: Die brauchen das quasi aber halt jetzt nicht ... Wir gehen damit jetzt nicht so offensiv nach außen weil das tatsächlich nur Hannah in Person macht und Hannah ja neben diesem Job noch viele weitere Jobs
00:55:20: hat
00:55:21: und dementsprechend ... Ja, genau.
00:55:23: Ist ein Thema was immer irgendwie mitläuft aber was wir versuchen gerade noch möglichst klein
00:55:28: auch zu halten?
00:55:29: Also ist das etwas, was noch nicht von Anfang an mit dabei war oder... doch!
00:55:34: Es ist letztendlich dieser Dreiklang aus.
00:55:37: Also wir nennen das immer Pflegen, Beraten und Lernen.
00:55:40: Diese drei Bereiche die wir da irgendwie haben
00:55:44: genau
00:55:44: und beraten war quasi von Anfang an auch ein Thema.
00:55:47: aber wie gesagt dadurch dass Hannah das quasi alleine macht ja gehen wir damit jetzt nicht so laut
00:55:56: Ja, also auch wieder sehr individuell.
00:55:59: Falls jemand zuhört für den das in Frage kommen oder für die, dass da vielleicht Angst genommen wird, dass es halt alles offen ist und ja ...
00:56:09: Genau, immer total offen.
00:56:11: Also das ist auch digital tatsächlich möglich.
00:56:13: Hannah hat auch einige Familien, die sie quasi schon länger begleitet.
00:56:18: Das macht sich zum Beispiel dann digital.
00:56:21: auf flexibel, dass man ... Genau.
00:56:24: Das hattest du ja auch erzählt mit dem Pärchen in Bayern?
00:56:27: Richtig, genau.
00:56:29: Dass es dann auch so möglich ist und für andere, also gerade auch familiär, dass die Tochter da rufen kann, das ist natürlich viel wert wenn wieder Bezugspersonen da irgendwie auch an Klang finden können.
00:56:44: Du hattet's ganz am Anfang schon gesagt, dass ihr ja ganz viele unterschiedliche Generationen habt abholt.
00:56:49: Wir sind ja auch ein Generations-Podcast, deswegen frage ich vielleicht erst mal ob euch Generationsunterschiede auffallen bei euren Klientinnen oder auch bei den Leuten mit denen ihr allgemein Kontakt habt wenn es um queere Themen gibt also ob da irgendwie bestimmte Themen gibt die bestimmten Generationen am meisten interessieren oder der Umgang damit wie.
00:57:12: das
00:57:14: Könnte ich jetzt so gar nicht mit Ja oder Nein beantworten?
00:57:18: Weil auch hier ist es ein Querschnitt der Gesellschaft.
00:57:22: Also wir versorgen von Kröpelingen bis Osterholz, Menschen ... Auch in Oberneuland, in Schwachhausen im Viertel.
00:57:30: also so bunt wie diese Stadthalle die ich gerade aufzähl.
00:57:34: So bunt ist auch die Haltung was die Themen angeht und so bund ist auch.
00:57:39: sag mal Wir haben einen Mann dabei, der ist irgendwie um die Achtzig.
00:57:43: Der war mit uns auf dem CSD irgendwie ... Beim Bremer CSD hatten wir dieses Jahr ein großen Truck und haben unser Preisgeld vom Gründungspreis Bremen, den haben wir ja dieses Jahr gewonnen.
00:57:55: Da haben wir unser Preis Geld sozusagen in die Community zurückgegeben und haben dann am CSD teilgenommen bei einem großen Truck.
00:58:01: Und da war er zum Beispiel dabei und er ist halt Eli also er hat überhaupt gar keine ... relativ wenig zu tun.
00:58:10: Und trotzdem, der feiert das halt voll und war einfach dann irgendwie auf dem Truck mit dabei.
00:58:16: oder wir haben junge Menschen die selber eine queere Lebensbiografie haben ja, die natürlich uns auch bewusst als Pflegedienst ausgewählt haben und die einfach sagen Mensch es ist so wichtig dass es euch gibt und danke irgendwie sich da total freuen.
00:58:31: und dann gibts halt Menschen die wir versorgen nach einem Krankenhausaufenthalter oder sonst was zu uns gekommen sind.
00:58:39: Und die wir aber einfach auch durch unser cooles Team ja, einfach auch sozusagen überzeugen davon das vielleicht noch mal zur Bewusstseinserweiterung hier beitragen.
00:58:50: und ich habe das ja eingangs schon gesagt Ich glaube halt Wir brauchen Ella ist mehr denn je und ich finde es total wertvoll dass wir es einfach schaffen diese Brücken zu bauen.
00:58:59: genau Das hilft glaub ich sehr und schafft uns irgendwie auch so ein bisschen Ja, oder wir machen viel Aufklärung sozusagen nebenbei mit.
00:59:09: Neben unserem eigentlichen pflegerischen Versorgungsauftrag sind wir natürlich einfach auch weil wir da sind so ein bisschen immer die Erklärbeeren und erzählen halt auch ganz viel genau.
00:59:22: ja ist natürlich dann auch ein Produkt daraus dass das sie so individuell mit den Leuten umgeht also dass man dann individuelle Beziehungen auch mit denen pflegen kann eine Menge Leute abholen kann damit.
00:59:36: Ich hab mir schon gesagt, mit dieser Offenheit ist es deutlich leichter.
00:59:42: und ja wir brauchen Allies unbedingt und ja auch queere Menschen brauchen natürlich diese Unterstützung gerade sehr.
00:59:51: möchtest du uns vielleicht noch von eurer Aktion beim CSD erzählen?
00:59:57: Ja, voll gerne.
00:59:59: Wir haben im Zuge dieses Jahres der CSD-Verein hat ja so ein bisschen aufgerufen und hat gesagt die Kassen sind leer und wir wissen nicht ob es überhaupt ein CSD dieses Jahr geben kann.
01:00:11: und dann haben wir kurz überlegt wie wir irgendwie den CSD Vereinen supporten können.
01:00:15: Wir sind Fördermitglied geworden und haben dieses Jahr, wie jedes Jahr auch wieder dran teilgenommen.
01:00:22: Dieses Jahr eben größer dran teil genommen und haben aber zusätzlich noch eine Shirt-Aktion ins Leben gerufen.
01:00:28: Und du siehst hier mein tolles Shirt?
01:00:31: Sehr schädlich!
01:00:32: Genau auf unserer Website www.vielfältig-bremen.de gibt es so einen Reiter der heißt Schopp Und da kann man letztendlich diese tollen Shirts noch erwerben.
01:00:46: Genau, kann da quasi auch eine Spende für den CSD-Verein da lassen und genau wir werden dem CSD Verein demnächst dann einen Spendencheck übergeben mit den verkauften Teilen und die Aktion geht einfach weiter und genau.
01:01:01: Ja sehr, sehr schön!
01:01:02: Also Hottens teil tolle Idee eben auch der Community was zu geben davon also von dem Profit ist natürlich sehr wertvoll gerade wenn es eben auch so dringend bitterlich benötigt ist.
01:01:15: Genau, vielleicht abschließend gibt es irgendetwas wo du sagst das möchte ich den Leuten noch unbedingt mitgeben.
01:01:23: also was du vielleicht wünschtest was Leute über eure Arbeit wissen oder über euren Bereich gibt's da irgendwas Abschließendes.
01:01:32: Mir fällt immer ein, dass Pflege tatsächlich kein Thema von Alter ist.
01:01:36: Sondern Pflege ist ein Thema, was uns alle in irgendeiner Form im Laufe unseres Lebens mehrfach über die Füße fällt, seien es die eigenen Eltern oder die Großeltern oder die Partnerpersonen oder man selber.
01:01:49: Wir haben auch immer wieder Phasen im Leben wo wir einfach erkranken, wo wir eine akute Erkrankung haben ne Krebsdiagnose irgendwas und brauchen einfach da Support in dieser Zeit.
01:01:59: Und mir ist es einfach nur wichtig zu sagen, dass Pflege in der Gesellschaft noch nicht den Stellenwert hat, den es bräuchte.
01:02:08: Das ist hier nochmal ein anderes, auch gesellschaftlich anderen Blick auf dieses Thema braucht.
01:02:15: Pflege ist ein hochprofessioneller Beruf.
01:02:17: Man kann Pflege studieren, man kann Pflegel lernen.
01:02:19: Pflege ist ein Handwerk und gleichzeitig ist das eine Profession.
01:02:23: Es ist leider einem sehr... ärztlich dominierten Gesundheitswesen, was wir hier in Deutschland vorfinden.
01:02:30: Immer noch als so ein Hilfsberuf angesehen und da arbeiten wir auch täglich dran letztendlich auf den verschiedensten Ebenen politisch dieses Thema anders zu setzen.
01:02:42: weil Pflege ist einfach ohne Pflege.
01:02:47: Da geht in keinem Krankenhaus eine Operation.
01:02:50: Es geht keine Versorgung, es könnte keine Person mehr arbeiten, wenn's Pflege nicht gäbe.
01:02:56: Professionelle Pflege, die im Endeffekt auch dafür Sorge trägt, dass Menschen auch arbeiten gehen können und eben nicht zu Hause private Sorgearbeit machen müssen.
01:03:07: Unter diesen ganzen Gesichtspunkten ist Pflege einfach ein Riesen-Wertschöpfungsfaktor Daumen-Schrauben noch stärker angezogen werden sollen, dass noch mehr gespart werden soll.
01:03:18: Die Pflegeversicherung ist nahezu pleite.
01:03:20: Ja, da muss halt der Staat reinspringen und wir müssen vielleicht auch politisch eine andere Form der Pflegefersicherung wählen.
01:03:26: Das ist ja nur ein Teilkasko-Prinzip.
01:03:28: Und wir merken das hier als Unternehmen schon sehr hoch.
01:03:31: die bürokratischen Anforderungen sind usw.
01:03:36: Was ich mitgeben kann, Ja, seid da auch ein Stück weit aware.
01:03:41: Wenn ihr Menschen habt in eurem Umfeld, die sich für eine Pflegeausbildung oder Studium interessieren, empowert und ermutigt sie.
01:03:48: Es ist ein total krisenfester, sicherer und lustiger Job der einfach zufriedenstellend ist.
01:03:57: Viele Menschen sind ohne den Purpose.
01:03:58: Den Purpose hat man hier jeden Tag so.
01:04:00: Das ist einfach ein geiler Job und er macht
01:04:03: Spaß!
01:04:04: Super!
01:04:07: Genau, dann bedanke ich mich bei dir für das tolle Gespräch und für die tolle Aufklärung auch für unseren Podcast.
01:04:16: Vielleicht noch als allerletztes wo seid ihr?
01:04:21: Also wo kann man euch erreichen?
01:04:22: vielleicht?
01:04:23: Wo findet man euch?
01:04:24: Erst mal danke dir für das tolle Gespräch.
01:04:26: Das hat mir ultra viel Spaß gemacht.
01:04:30: Ja, man erreicht uns am besten über unsere Website www.vielfältig-bremen.de oder bei Instagram und LinkedIn.
01:04:38: Genau!
01:04:39: Oder per Mail.
01:04:41: Hallo at the vielfältigen-brennen.de.
01:04:43: Super Dankeschön.
01:04:44: Danke dir
01:04:48: Sarah Tschau.
01:04:52: tschau Vom Boom bis Z ist ein Podcast vom Verein Frauen Lernen Gemeinsam eV und den Frauenseiten Bremen.
01:04:59: Konzept und Redaktion, Frauenseite Bremen Musik im Gebolz Redaktionen Sarah Outwork Luisa Hahn mit besonderem Dank an Pierre Brandt Social Media die Fraunenseiten Social Media Unit Schnitt Marie Mastering Jana Fischer Produktion Renate Strümpel.
01:05:14: Ihr habt Fragen Vorschläge oder wollt euch einbringen?
01:05:17: Schreibt uns gerne eine Mail an fraunseitenatbremen.de.
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