Von Boom bis Z: Was denkst du über Neujahrsvorsätze?

Shownotes

Zum Jahreswechsel tauchen sie verlässlich auf: die Neujahrsvorsätze. Man nimmt sich zum Beispiel vor, mehr Sport zu machen, sich gesünder zu ernähren oder produktiver zu sein - doch was bedeuten Neujahrsvorsätze für die Menschen, die sich diese vornehmen? In der neuen Podcast-Folge sprechen Renate und Hannah offen darüber, warum Neujahrsvorsätze für viele mit Motivation einhergehen, für andere jedoch vor allem auch Druck bedeuten. Das war von Boom bis Z. Der queerfeministische Generationen-Podcast der frauenseiten Bremen.

Von Boom bis Z ist ein Podcast vom Verein Frauen lernen gemeinsam e.V und den frauenseiten Bremen. Konzept und Redaktion: frauenseiten Bremen Musik: Imke Bolz Redaktion und Moderation aktuelle Folge: Renate Strümpel Blogtext: Linea Strugies Artwork: Luise Hahn mit besonderem Dank an Pia Brand Social Media: die frauenseiten Social Media Unit Schnitt: Renate Strümpel Mastering: Janna Fischer Produktion: Renate Strümpel

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00:00:18: Renate Von WOM bis Z. Der Generationenpodcast der Frauenseiten Bremen.

00:00:25: Hannah Je nachdem. Vielleicht auch, wo man im Leben stets macht mehr oder weniger Sinn, sich Neujahrsvorsätze zu machen. Nun aber Wer sind wir, die wir urteilen? Also hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von von WOM bis Z. Die erste Folge in 2026. Und ja, nie habe ich so eine richtige Abschiedsfolge gemacht mit Hannah. Und jetzt ist Hannah auch wieder da und hat wieder Zeit, bei uns mitzumachen.

00:00:51: Renate Und deswegen bin ich richtig froh, dass ich wieder deine Stimme hier hören kann. Hannah Hallo. Hallo. Ich war nie wirklich weg. Nein, zumindest in den Herzen. Eigentlich war ich schon ein paar Monate weg, aber jetzt bin ich wieder da. Ja, das ist richtig toll. Jedenfalls für uns. So richtig schön und es ist jetzt natürlich in your face, dass wir heute über Neujahrsvorsätze reden wollen.

00:01:15: Hannah Das ist uns aber egal. Wir machen es trotzdem, oder? Natürlich hast du da irgendwie so eine Meinung zu. Eine Meinung zu Neujahrsvorsätze. Das Ding ist, ich habe in der Vorbereitung auf die Folge drüber nachgedacht und mir ist aufgefallen, dass ich wenig Meinung habe zu Neujahrsvorsätze bzw einfach nicht so viel eine Beziehung dazu habe. Ja, ähm, ich habe. Also ich habe halt nie.

00:01:39: Renate Ich glaube wie ich Neujahrsvorsätze kennengelernt habe dann als junger Teenager war schon immer mit so einer negativen Konnotation von Ah ja, das ist das, was die Erwachsenen sich immer vornehmen zu machen und dann nie machen und dann extrem frustriert davon sind. Und ich habe das irgendwie schon so als eine schlechte Angewohnheit wahrgenommen, irgendwie. Deswegen hatte ich da nie, so hab ich das nie so wirklich ernsthaft durchgezogen und Angst hatte nie so eine Phase, wo ich das durchgezogen habe und dann gemerkt habe Oh, das ist was Schlechtes.

00:02:07: Renate Aber ich hatte dann irgendwie das Privileg, das von vornherein so ein bisschen nicht ernst zu nehmen oder nicht zu machen. Habe es vielleicht mal performativ mir ein bisschen aufgeschrieben, dass ich irgendwie was, was ich mehr Sport machen will oder so, aber ähm, ja, was ich kenne ist, dass ich so ein neues Jahr wie so ein Clean Slate in Anführungszeichen immer schon gesehen habe.

00:02:28: Renate Ja, finde ich auch. Also es ist auf jeden Fall so eine Art, es ist so ein Space rundherum oder so eine, so eine Magie darum, dass auch wenn das ja eigentlich beliebig ist, dieser Zeitabstand ist ja total beliebig, aber das sind irgendwie so das Gefühl hat, es ist jetzt eine Zukunft, aber ist ja die ganze Zeit immer Zukunft.

00:02:45: Renate Aber es ist ein so neuer Zeitabschnitt, wo man noch nicht weiß und das wird irgendwie. Also es hat so viel ja mit so Zuversicht vielleicht auch oder so zu einem Fragenden wird es ein gutes oder ein schlechtes Jahr und aus irgendeinem Grund ist es eben gerade so, braucht man wahrscheinlich diese Zeitabschnitte und und diese, diese und diesen Break oder so, um das für sich selber noch zu definieren.

00:03:12: Renate Ja, ich würde auch immer die Zeit zwischen den Jahren, das auch immer so ein bisschen so ein Aufatmen und so ein es fühlt sich fast an, als würde so dann keine Zeit vergehen zwischen den Jahren und dann hat man so ein wieder so ein okay und jetzt neu ja und also ich finde auch immer, wenn ich mir so das Jahr 2026 jetzt vorstelle, dann ist das halt so ein weißes Blatt Papier.

00:03:32: Renate Es ist halt nichts beschrieben. Ja, ich habe weder positive noch negative Erfahrungen mit diesem Jahr, offensichtlich, weil das noch nicht existiert. In 2025 ist jetzt halt schon beschrieben und es war auch kein schlimmes Jahr, kein Mega, also es war einfach das was es war und das ist aber meinem Kopf natürlich voll. Ich habe es halt voll gelebt und jetzt habe ich ein neues Jahr, was ich noch nicht voll gelebt habe.

00:03:55: Renate Und hast recht, es ist komplett ähm The Random. Das ist komplett random. Ja, das ist. Es ist einfach irgendein Tag im Jahr. Aber es ist halt so, ich bin da auch so total ambivalent. Also man will. Es ist irgendwie der Moment, wo man so eine Motivation kriegen kann, wo man sagen kann ja, ab jetzt mache ich irgendwas Neues anders oder besser schlechter irgendwie so und andererseits stört es mich halt auch so, dass man irgendwie so ein sich selber immer so optimieren will, oder das ist so eine Art, das hat schon so einen performativen Darstellungsdruck da drin, der performativer druck ist ja irgendwie so auch ein bisschen doppelt gemoppelt, aber klingt irgendwie trotzdem schön egal, aber

00:04:45: Renate das ist irgendwie. Ich weiß auch nicht. Ich habe mir tatsächlich kurz überlegt. Meistens nehme ich mir nichts vor, aber ich hab mir dieses Jahr auch verschiedene Sachen vorgenommen. Und an eine Sache muss ich zurückdenken, die ich nicht gemacht habe, die jetzt auch nichts mit Gesundheit oder so zu tun hat, sondern eher mit Freizeit und irgendwie hinterlässt das jetzt ein schlechtes Gefühl bei mir, dass ich das nicht geschafft habe und das stört mich irgendwie jetzt doch.

00:05:10: Renate Also andere Sachen muss ich sagen, da bin ich richtig bestärkt am Ende des Jahres und sage genau das, ja, irgendwas, was mir gut tut oder wo ich sage so, das ist so eine Sache, da möchte ich auf mich achten in dieser in diesem Jahr. Das hat auch wirklich so geklappt und da habe ich auch wirklich so mehrmals im Jahr daran gedacht, Oh ja, das ist auch das passt zu dem, was ich mir vorgenommen habe und so und das war auch sehr, sehr erfüllend.

00:05:33: Renate Aber bei der anderen Sache, die jetzt einfach nur eine kleine Sache war, wie ja, Musik machen oder so, das hat einfach nicht geklappt. Das ist so traurig.

00:05:44: Renate Wir wollen auch nicht traurig sein. Nein, nein, er ist. Es hat irgendwie. Ich weiß was du meinst. Es hat halt irgendwie so ein bisschen ähm ja, das klingt jetzt auch schon wieder so pseudo, aber das hat so ein neoliberalen Beigeschmack. Ja, hat es, aber hat einen Neoliberalen oder es wird die Art, wie es gelebt wird es halt irgendwie in diesem.

00:06:03: Renate Es existiert halt in dem Kontext von Kapitalismus und Leistungsdruck und Optimierungswahn und keine Ahnung was. Dadurch ist es natürlich bleibt also eigentlich das perfekte Ding um da reinzupassen. Also Neujahrsvorsätze. Ja, weil du Kapitalismus sagst, kann man ja auch sagen ja und das kann man sich ja eigentlich kann man sich eigentlich was vornehmen. Wenn man ums Überleben kämpft, dann hat man eigentlich Existenzsorgen oder so eine oder Gesundheitsversorgung.

00:06:31: Renate Und da kann man jetzt, nimmt man sich jetzt nicht vor, öfter in die Parzelle zu fahren und dazu Rasen zu mähen oder was auch immer das nun aber wer sind wir, die wir urteilen? Also ist ja alles, was allen hilft und niemanden sonst stört. Ist ja erst mal okay, oder? Also ja, wenn sich Menschen vornehmen, mehr zum Sport zu gehen, das ist ja niemandem weh.

00:06:54: Renate Es ist schön, wenn es dann dazu kommt, dass man irgendwie auf Social Media krass da irgendwie drüber postet und sich da so darstellt. Aber das tun halt Menschen eh auch und das tun sie auch. An anderen Tagen im Jahr gibt es also an jedem Tag mehr, gibt es Influencer und machen Influencer Influencer, Krams? Aber ja, du hast recht, das ist so ein bisschen was für würde es sich wahrscheinlich ziemlich schlecht anfühlen, sich vorzunehmen.

00:07:16: Renate Ich will nächstes Jahr die Schulden abbezahlen. Wenn man weiß, man es vielleicht nicht kann, oder? Also es ist einfach was anderes. Ich fand auch gerade gut, dass du noch mal diese Zeit zwischen den Jahren angesprochen hast und ich finde, wir sollten da noch mal so eine, so eine Art ähm, Faulenzwettbewerb etablieren. Ich hab noch gar kein cooles englisches Wort oder so, vielleicht gibt es aber auch schon so was, dass man sagt, so dass man sich darin überbietet, nichts zu machen, wenn man das denn kann.

00:07:41: Renate Also weil man dann nicht Lohnarbeit müsste oder so was. Irgendwie fand ich das so schön, dass man meinen Fokus auf so was legt. Zwischendurch zur Erholung eigentlich ja. Ich habe das also ähm, ich wohne nur eine halbe Stunde von meiner Familie entfernt im Zug. Deswegen bin ich immer nur so für den Tag an Weihnachten zu Hause. Nicht so viel.

00:08:04: Renate Also so sehr viele Menschen um mich rum sind so zwei Wochen weg und um in die Heimat zu fahren. Und dadurch habe ich das irgendwie so ziemlich integriert in diese Zeit, ohne dass ich da Großes viel machen muss, einfach sehr viele Menschen einfach weg sind und ich dann so ein bisschen alleine rumdümpeln. Und ich finde das richtig schön.

00:08:21: Renate Aber es sind viele Menschen haben mir jetzt schon irgendwie so gesagt, das tut mir so leid für dich, dass du jetzt hier so also ist das nicht voll doof, dass du jetzt so allein und zurück bleibst. Auch eine WG und irgendwie Menschen sind nicht da und keine Ahnung. Also ich finde es irgendwie richtig schön. Ich weiß auch, dass das gar nicht so eine lange Zeit ist, aber im Kopf freue ich mich da gerade total drauf.

00:08:40: Renate Irgendwie so die so eine Woche, wo ich ach so weiß, okay, es sind die Leute nicht da, ich muss mir keinen Druck machen, dass ich viel machen muss und keine Ahnung was ich tun einfach. Aber eigentlich muss es doch auch diese Friends geben, die damals dann aus deiner Heimatstadt weggezogen sind und dann wieder zu Weihnachten da sind, die du dann vielleicht dann ja doch auch treffen könnte.

00:08:59: Renate Ja, ja, das stimmt, die werde ich auch schon so dreimal treffen zwischendurch, das stimmt schon, aber es ist irgendwie trotzdem. Also es ist, glaube ich, aber auch etwas, was in meinem Kopf ist, dieses Gefühl von Ah, da habe ich nichts vor. Also wahrscheinlich werde ich trotzdem auch Dinge tun und so, aber irgendwie fühlt sich das an wie so zwei Wochen lang fast schon so Schulferien.

00:09:18: Renate Früher ja, und ich also ich hatte gerade noch mal den Gedanken, ähm, dass man so je nachdem vielleicht auch wo man im Leben stets macht es in mehr oder weniger Sinn, sich Neujahrsvorsätze zu machen, weil ohne jetzt zu viel zu sagen aber mein letztes oder keine Ahnung. Ich habe immer das Gefühl, ich bin halt jetzt 24 und wenn man so Mitte 20 ist, dann hat man öfter einfach mal Jahre, wo eh extrem viel passiert und wo man sich krass weiterentwickelt und irgendwie total krasse, krasse Entwicklung einfach macht.

00:09:53: Renate In der Persönlichkeit oder im Leben oder wie das Leben aussieht, verändert sich schnell mal eben. Und sich dann extra noch mal vorzunehmen, irgendwie das ganze Leben auf den Kopf zu stellen oder ein bisschen was zu verändern, würde sich mir ein bisschen komisch anfühlen.

00:10:09: Renate Es passiert eh alles mögliche, ständig Leben ist in Bewegung. Muss man nicht extra noch mal anstoßen? Manchmal. Ich habe einmal, das wollte ich noch erzählen, Einmal habe ich Neujahrsvorsätze benutzt, als Vorwand, um mich zu outen. Als ich 14 war, glaube ich, habe ich ziemlich kurzfristig an Silvester entschlossen, dass ich mich Autor damals noch als bisexuell. Inzwischen weiß ich, dass ich eigentlich lesbisch bin, aber naja, damals war habe ich mich als bisexuell geoutet und ich habe dann auch so ein bisschen performativ, ähm, so am 1. 01. irgendwie morgens beim Aufstehen habe ich mir auf ein Zettel geschrieben, kann also Neujahrsvorsätze Doppelpunkt mich als bisexuell outen, nämlich davon Foto gemacht und das in meiner Snapchat Story hochgeladen.

00:11:02: Renate Wow. Und das hat dann halt Leute gesehen, die also beim Jahrgang waren und keine Ahnung was. Und damit habe ich dann so ein bisschen so habe ich dann noch so ein Kommentar drüber geschrieben mit so ist er jetzt abgehakt und das war halt einfach, das habe ich mir nicht tatsächlich als Vorsatz vorgenommen oder so, das war einfach in dem Moment, weil ich das dann eher Freunden erzählt hatte.

00:11:20: Renate An dem Abend. Dann dachte ich Ja, das. Ich erinnere mich gerade, dass das voll oder so unheimlich starke Geschichte von Dir, Danke, dass du die erzählst. Ich kann mir vorstellen, dass das für. Ja, dass das total inspirierend für viele ist. Inspirierend inspiriert sich auch irgendwie in dem Zusammenhang. Blöd oder? Aber das ist irgendwie ein total berührt. Also mich berührt es auch total und ich erinnere mich gerade dran, dass ich auch ähm, sozusagen als Beistand und also als als, na ja, oder ich mehr oder weniger wissentliche Person auch genau an Silvester so ja, in der Schulzeit irgendwie so ein bisschen älter als dann also auch dabei war Und das ist auch so an Silvester wurde das

00:12:14: Renate so ausgesprochen von der Person, das war irgendwie total cool und alle waren so, haben sich so, lagen sich in den Arm und haben gesagt also alle Friends waren so richtig gut zusammen deswegen das war richtig, richtig schön so, es war nur, es war noch vor dem einsetzt fing jetzt auch schon wieder so ein bisschen so wie die die alte Frau erzählt von vor dem Krieg, aber ja, also jetzt ist die Variante halt dann vielleicht ein Snapchat, wer weiß, was andere machen.

00:12:45: Renate Ja, war auch vor zehn Jahren. Ja, ich weiß nicht, ob du das immer noch selbst, aber. Also ich kenne 14-jährige, die auf jeden Fall noch Snapchat machen. Okay, das das ist noch Thema, aber ich glaube, die produzieren nicht richtig öffentliche Inhalte. Die chatten nur untereinander. Viele, also die wie ich kenne auch schon so glaube ich. Aber das war schon eher eine Seltenheit, dass man das da gemacht.

00:13:07: Renate Ja genau, wie könnte ich jetzt ehrlich zu sich? Doch trotzdem, ich hätte es nicht gedacht, dass wir so lange darüber reden können. Aber wir haben ja jetzt auch noch ein paar Monate na, aus unserer Crew, aus unserem Team und haben ein paar Leute gefragt, die haben uns Sprachnachrichten geschickt, Das heißt, sie haben so unterschiedliche Geräusch Level und die wollen wir jetzt noch mal zum Abschluss abspielen, oder was denkst du, Hannah, willst du noch was anderes sagen?

00:13:31: Renate Nö, Ich glaube, von mir aus war es. Und viel Spaß mit den anderen O Tönen. Ja. Viel Spaß, Elliot. Schön. Das wird ein tolles 2026 Bei Frauen Seiten bin ich sicher, aber ich nehme es mir jetzt erst mal nicht vor. Dann hören wir rein.

00:13:45: Hannah Mittlerweile denke ich gar nicht mehr so großartig über Neujahrsvorsätze nach. Also früher habe ich das glaube ich mal ausprobiert, aber die Vorsätze, die ich mir dann gesetzt habe, auch nicht lange durchgehalten. Und dann war ich schnell enttäuscht. Und jetzt denke ich mir, muss ich mir die Enttäuschung gar nicht erst antun, wenn ich mir jetzt gar keine Vorsätze vornehme.

00:14:12: Hannah Aber natürlich kann ich mich auch nicht davon freimachen, gerade auf Social Media davon mitzubekommen und die ganzen Visionen Boards von anderen Leuten zu sehen. Und da versuche ich mich dann aber nicht von stressen zu lassen und einfach bei mir zu bleiben und mir zu denken. Ich glaube, ich bin einfach nicht der Mensch für Neujahrs vorsätze. Ich glaube, wenn ich eine Veränderung möchte, dann fange ich sie einfach an und versuche mich da nicht von irgendwelchen Daten oder sonstigem frei zu machen.

00:14:49: Hannah Was ich manchmal eher vermisse. Was nicht unbedingt bei mir eintritt, ist diese Neujahrsmotivation, die ja auch auf den sozialen Medien hoch angepriesen wird. Und das bleibt bei mir auch öfter aus. Also ich hab ihn eher so ein Januarblues und keine Januar. Motivation fehlt auch einfach weil ich müde bin von den ganzen Motivation anderer Leute, die ich dann so reingespielt bekomme.

00:15:18: Hannah Da fällt es mir manchmal schwer, mich davon dann nicht so runterziehen zu lassen. Aber in der Regel weiß ich auch, dass ich einfach bei mir bleiben sollte und weiß, die Motivation wird auch kommen. Nur vielleicht dauert es bei mir halt einfach ein oder zwei Wochen länger als bei anderen Leuten. Neujahrsvorsätze sind für mich ein echter Neustart, würde ich sagen.

00:15:43: Hannah Ich schreibe meine Ziele ins Notizbuch, als wären sie schon wahr. Und das motiviert mich total. Und ich glaube fest, wenn man einen Traum glaubt, ihn wirklich will und dranbleibt, dann wird er irgendwann Realität. Ich finde, Neujahrsvorsätze haben manchmal so ein bisschen was Kapitalistisches. Wenn ich so ganz kritisch bin, also mit dieser Selbstoptimierung und vor allem, wenn es so Firmen auch nutzen, so Jims sind ja die beste.

00:16:15: Hannah Ist ja das beste Beispiel dafür, dass sie dann immer zum am Jahresanfang so eine dicke Promotion haben, um diesen Jahres Vorsatz von mehr Sport treiben, um da irgendwie Geld draus zu machen. Und das finde ich dann manchmal so ein bisschen problematisch oder so ein bisschen, Da steigt der Druck so sehr auf die Menschen, weil ich finde, auch wenn man immer ein besonderes, besonders hartes Jahr hatte oder irgendwie also keinen von seinen Vorsätzen zum Beispiel geschafft hat, dass man sich dann nicht schlecht fühlen sollte und damit irgendwie doppelten Druck in das nächste Jahr starten sollte, sondern auch irgendwie so die kleinen Erfolge feiern und auch einfach mal das Leben nicht an seinen Erfolgen überhaupt messen, sondern

00:17:04: Hannah einfach an den Sachen, die man die einem persönlich auch wichtig sind. Also keine Ahnung, Familie, Freunde, eine schöne Zeit gehabt, irgendwie sich selbst weiterentwickelt, aus einer schlimmen Beziehung rausgekommen, Keine Ahnung. Und ich an solchen Sachen? Wie habe ich denn die Gehaltserhöhung bekommen oder keine Ahnung, ein neues Auto gekauft oder so was? Ja, für manche auch so ein Zeichen von Erfolg ist, was ich auch verstehen kann, aber ich finde, das wird dann immer so sehr schnell in so einer.

00:17:37: Hannah Ja keine Ahnung, so eine Geldrichtung einfach gedrängt. Ich selber habe keine Vorsätze meistens. Ich versuch einfach, mir immer so den Vorsatz zu nehmen, so viel aus dem Jahr zu machen, wie ich kann. Das einzige, was ich immer versuche mir vorher schon vorzunehmen, sind Bücher lesen. Also ich hätte mir für dieses Jahr 25 Bücher vorgenommen wegen dem Jahr 25, habe aber leider nur 18 geschafft.

00:18:05: Hannah Aber das hat mich so ein bisschen angespornt, auch mehr zu lesen und auch Bücher zu lesen, die ich vielleicht sonst nicht in die Hand genommen hätte. Und dafür bin ich dann auch dankbar. Also das hat mich dann schon irgendwie auch ein bisschen angespornt, was ich dann auch wieder verstehen kann, warum das allgemein Leute machen. Aber man sollte sich so ein bisschen, also den Druck einfach ein bisschen rausnehmen und vielleicht auch einfach das Jahr so kommen lassen, wie es kommt.

00:18:28: Hannah Vor allem, wenn dann sehr viele unerwartete Dinge auch passieren. Dass man dann einfach versucht, so kleine Baustellen abzuarbeiten und nicht sich an diesen großen Dingen arm, unzufrieden wird, weil das macht es ja nur noch irgendwie noch schwieriger, als es dann sowieso schon ist. Ich finde Neujahrsvorsätze sind einerseits gut, weil irgendwie freut man sich dadurch aufs neue Jahr und geht so motiviert ins neue Jahr.

00:18:55: Hannah Aber um ehrlich zu sein, braucht man eigentlich keine Neujahrsvorsätze. Ich finde alles, was man sich vornimmt. Ab dem 1. Januar geht's los. Sei es, dass ich dann wieder ins Fitnessstudio gehe, wieder Sport mache, dass ich mehr lese, dass ich meinem Hobby wieder nachgehe, ein bisschen mehr Leidenschaft mit rein bringe oder Ja, all solche Dinge, Ähm. Was eigentlich schön ist, Weil wie gesagt, es gibt einem irgendwie so ein bisschen so die Motivation.

00:19:27: Hannah Aber eigentlich kann man immer anfangen, man kann immer neu anfangen. Aber ich glaube, wir mögen es einfach so mit Dingen auch abzuschließen und etwas im vergangenen Jahr vielleicht zu lassen und zu sagen das Jahr wird besser. Und ich glaube, dass es auch so etwas, was wir alle in uns haben, dass wir Hoffnung haben. Und ich finde, das hat damit auch irgendwie noch was zu tun.

00:19:54: Hannah Die Hoffnung eben, dass es vielleicht besser wird. Aber Neujahrsvorsätze sind schön, aber ich finde, man braucht sie nicht. Ich finde, man kann einfach ins neue Jahr reinfeiern mit einem schönen Sekt und mit einem guten Gefühl und einfach leben. Hallo Renate, zum Thema Neujahrsvorsätze Ich mache mir jetzt keine Neujahrsvorsätze im üblichen Sinne. Also ich nehme mir jetzt nicht vor, gesünder zu essen oder weniger Süßigkeiten zu essen und irgendwie was bestimmtes zu einem gewissen Zeitpunkt erreicht zu haben.

00:20:36: Hannah Das, finde ich, baut oft nur Druck auf und meistens hält man sich eh nicht dran. Ich finde es aber trotzdem schön, zum Ende des Jahres so ein bisschen zu reflektieren. Was hat mir gut getan im letzten Jahr? Ähm was? Ja, wie kann ich mir Gutes tun? Wie kann ich mich unterstützen im Alltag zum Beispiel einen Ausgleich zur Arbeit finden?

00:20:57: Hannah Was hat mir da vielleicht geholfen im letzten Jahr und wie kann ich das weiterhin irgendwie gut integrieren im Alltag? Was macht mir Freude? Möchte ich da vielleicht mehr den Fokus drauflegen? Ähm, genau. Also kein Neujahrsvorsatz im üblichen Sinne, sondern eher so ein bisschen schauen, was einem gut getan hat und wie man sich auch weiterhin irgendwie für sich gut da sein kann und sich selber auch ein bisschen unterstützen kann.

00:21:24: Hannah Da stehe ich zu Neujahrsvorsätze. Also eigentlich habe ich mir noch nie so aktiv Neujahrsvorsätze vorgenommen. Ähm, irgendwie aufgeschrieben oder ja oder allen das erzählt oder so, weil ich immer denke, es wird schon irgendwie alles auf mich zukommen. Und natürlich habe ich meine Ziele, aber die will ich nicht von Neujahr abhängig machen, weil irgendwie habe ich das Gefühl, das setzt mich nur unter Druck.

00:21:49: Hannah Und wenn ich sie dann am Ende des Jahres nicht erreicht habe, ist es irgendwie ein negatives Gefühl, auch wenn ja, vielleicht stattdessen ganz viele andere schöne Dinge passiert sind, die ich aber einfach vorher nicht wissen konnte. Deswegen eigentlich mache ich das nicht. Ähm. Was ich letztes Jahr gemacht habe, war zwölf Traum gegessen. Also bei jedem Glockenschlag eine Traube.

00:22:10: Hannah Das soll ja Glück bringen. Macht man in Spanien so aber auch in einigen Ländern Lateinamerikas, glaube ich. Ähm. Und das hat auf jeden Fall geholfen. Ich hatte viel Glück dieses Jahr. Und ja, das ist nicht wirklich ein Neujahrsvorsatz, aber das habe ich gemacht, damit ich weiß, dass ich ein glückliches Jahr habe. Genau. Aber so richtig Vorsätze mache ich mir eigentlich nicht, weil ich das Gefühl habe, dass das setzt mich nur unter Druck.

00:22:38: Hannah Und ich will nicht mit Druck ins neue, ins neue Jahr starten. Also Neujahrsvorsätze finde ich eigentlich an sich eine spannende Sache. Grundsätzlich, ähm, ich bin auch immer dabei gewesen. So ganz klassisch, wie man das halt so macht, sich welche zu machen, richtig eine Liste zu schreiben und so und ehrlich gesagt standen da halt immer so die gleichen Sachen drauf, die bei den meisten Leuten wahrscheinlich so, die so was machen, dann draufstehen.

00:23:05: Hannah Obwohl, da mutmaße ich jetzt eigentlich nur, aber das ist ja so, denke ich mal so, der Mainstream schreibt ja eigentlich so dieselben Sachen ständig drauf und dann war das immer so gesünder essen, mehr Sport machen, mehr bewegen irgendwie und also so solche Sachen. Ähm, natürlich auch in Zeiten der Ausbildung so was wie Karriereziele. Oder ich will die Prüfung schaffen oder solche Sachen.

00:23:30: Hannah Ähm, oder ich möchte irgendwie. Früher, als ich ganz jung war, habe ich da so was draufgeschrieben wie Ich hätte gerne irgendwie ein Freund und ich hätte gerne irgendwie mehr Freundinnen. Soll wie eine beste Freundin irgendwie. Also solche Sachen fand ich früher sehr, sehr wichtig und erstrebenswert und dachte halt quasi, wenn ich das so aufschreibe. Ich glaube, das war so ein bisschen mehr wie wie man heute in der Manifestation vielleicht angehen würde.

00:23:52: Hannah So nach dem Motto Wenn ich mir das wünsche, dann fürs neue Jahr, dann kommt das auch. Und dann irgendwann wurde es mehr so okay, Sachen, die ich jetzt umsetzen will im nächsten Jahr. Ich habe das so ein bisschen wirklich auch versucht zu nutzen, so als Start und hab mir Verhaltensweisen und auch ehrlich gesagt Charakterzüge, Dinge, die ich an mir nicht mochte, vorgenommen zu ändern.

00:24:16: Hannah Punkt. Zu 00:00 irgendwie, weil man das so gemacht hat. Und ich habe das auch nie so richtig hinterfragt, ob das so sinnvoll ist oder ob ich da nicht irgendwie einfach nur versuche, irgendeine Norm zu entsprechen oder mich selbst unter Druck setze oder irgendwie ein Anlass brauche, weil ich eigentlich Sachen gar nicht wirklich umsetzen will. Und heute weiß ich mittlerweile eben, aus welchen Gründen und warum ich diese Dinge irgendwie mir immer wieder vorgenommen habe und vor allem, warum ich auch so ein Cut wie das neue Jahr dringend brauchte.

00:24:48: Hannah Also irgendwie so das Gefühl zu kriegen, den Arsch hoch zu kriegen, weil ich diese Dinge nicht wirklich machen wollte. Ich dachte, ich müsste sie machen. Und heute überlege ich tatsächlich mir so Seit ein, zwei Jahren mache ich das immer so fürs neue Jahr. In so einer Art der Reflexion.

00:25:10: Hannah Was? Was lief denn dieses Jahr ganz gut? Was ist mir aufgefallen dieses Jahr, was ich irgendwie vielleicht mal irgendwie ein bisschen anders angehen könnte, ein bisschen besser machen könnte, oder? Also gut und schlecht weiß, aber ich überleg mir jedes Jahr eine Sache, die ich im nächsten Jahr etwas achtsamer machen möchte oder etwas achtsamer betrachten möchte. Sprich ich habe mir dieses Jahr zum Beispiel, also letztes Jahr für dieses Jahr vorgenommen, weil ich gemerkt habe, dass ich auf so vielen Baustellen gleichzeitig immer am rumwerkeln war und immer wieder dadurch auch total ausgebrannt mich gefühlt habe.

00:25:56: Hannah Und natürlich ist das auch immer entstanden aus extrem hohen Ansprüchen an mich selbst, dass ich eine Baustelle nachher nicht bearbeiten möchte, Dass ich mir mal so angewöhnen möchte, nicht immer Multitasking zu machen, sondern dass ich wirklich mal so eins nach dem anderen angehen will. Und ein bisschen besser zu priorisieren, was jetzt gerade wichtig ist, wofür ich jetzt Energie habe, was mir vielleicht auch Energie bringt und ähm, ja, ich muss sagen, das ist das halbe Jahr auch ganz gut gelungen, weil mir das immer wieder in den Kopf gekommen ist.

00:26:30: Hannah Und was soll ich dir sagen? Ich werde mir das fürs nächste Jahr auch wieder vornehmen. Tatsächlich als 1/2 Dingen, weil ich einfach gemerkt habe, es es hat mir Ruhe gegeben, als ich es umgesetzt habe. Und es ist mir auch immer wieder in den Kopf gekommen Und dann habe ich es irgendwie ein bisschen gehen lassen, weil das Leben mal wieder ein bisschen zu stressig war und zu viel los war und ich wieder zu viel Ansprüche an mich selbst hatte.

00:26:57: Hannah Ja, deswegen nehme ich das mit ins nächste Jahr. Finde ich eigentlich ganz schön, finde ich. Vernünftig Finde ich eben nicht übertrieben, finde ich umsetzbar, gibt mir ein gutes Gefühl und ich glaube, das ist es auch. Neujahrsvorsätze sind, glaube ich, dazu da, um auch ein gutes Gefühl zu haben, positiv ins neue Jahr zu gehen. Mit ein bisschen Hoffnung, mit ein bisschen Motivation.

00:27:18: Hannah Weil das Leben ist irgendwie ja anspruchsvoll. Als Erwachsener wird es auch nicht einfacher und die Welt ist auch ganz schön beängstigend manchmal. Und die Zukunft sieht gerade für jüngere Leute auch irgendwie ein bisschen düster aus, finde ich. Also je nachdem, was für Nachrichten und Medien man konsumiert und mit wem man so redet. Und ich glaube, da ist jedes bisschen Motivation wichtig und richtig und gut.

00:27:48: Hannah Die Frage ist halt nur wofür nutze ich das? Nutze ich das für mich und irgendwie um Energie zu bekommen? Oder wird es mich Energiekosten, weil ich falsche Prioritäten setze?

00:27:59: Renate Das war von Bundeszeit der Generation Podcast der Frauenseiten Bremen von BundesZ wird herausgegeben vom Verein Frauen werden gemeinsam und mit Frauenseiten, Konzept und Redaktion, seite Bremen Redaktion Aktuelle Folge Renate Strümpfe Moderation Renate Stolpe Musik im Kobold Artwork Louisan. Besonderen Dank an Pia Brand Social Media Die Frauenseiten Social Media Unit Schnitt Renate Strümpfe Produktion Renate Strümpfe Mastering Jana Fischer.

00:28:27: Renate Ihr habt Fragen, Vorschläge oder wollt euch einbringen? Schreibt eine Email an Frauen, seid nett oder nutzt das Kontaktformular in Shownotes und auf unserer Webseite, dass gerne einen Kommentar auf unserem Blog oder abonniert unseren Podcast im Podcast Player eurer Wahl und frohes neues!

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